Die Landesregierung Baden-Württemberg hat am 19.01.2010 die Gründung einer landeseigenen Gesellschaft zur Förderung der Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie in Baden-Württemberg beschlossen. Man rechnet damit, dass 2020 schon jedes vierte Fahrzeug weltweit über einen Elektroantrieb verfügt.
Hauptaufgabe der neuen Landesagentur ist es, alle wichtigen Akteure und Förderaktivitäten besser zu vernetzen und insbesondere die kleinen und mittelständischen Zulieferbetriebe noch stärker in den Blick zu nehmen. Sie wird als koordinierende Stelle eine Schlüsselposition bei der Förderung des Wissenstransfers, dem Aufzeigen von Innovationspotenzialen, dem Initiieren und Koordinieren von Verbundforschungsprojekten sowie bei Standortmarketing, Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege einnehmen.
Darüber hinaus soll sie Verbundforschungsprojekte, z.B. zu den Themenfeldern Elektromotoren für Fahrzeuge, effiziente Nebenaggregate (Heizen, Kühlen, Lenken usw. im elektrisch angetriebenen Fahrzeug), Steuerungstechnik im Fahrzeug, Standardisierung, Produktionstechnik und Produktionslogistik für Elektromobilität sowie Wasserstoff als Energiespeicher initiieren, koordinieren und durchführen. Einzelne Verbundforschungsprojekte werden themenbezogen im Rahmen von Wettbewerben an einzelne Konsortien aus Wissenschaft und Wirtschaft vergeben.
Eine wichtige Aufgabe der Agentur wird es außerdem sein, den Antrag der baden-württembergischen Clusterinitiative ,Industrialisierung der Elektromobilität’ beim Spitzencluster-Wettbewerb des Bundes voranzutreiben. Hier besteht die Möglichkeit, in der für 2010/2011 zu erwartenden dritten Antragsrunde eine 50 % Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in zweistelliger Millionenhöhe bei gleichzeitiger Kofinanzierung durch die Wirtschaft einzuwerben. Die Landesagentur könnte dann als Kopfstelle des Spitzenclusters den Einsatz der Fördermittel koordinieren.
„Die Landesagentur ist Herzstück der im November gestarteten Landesinitiative Elektromobilität und wird eine Schlüsselposition einnehmen, um insbesondere kleine und mittelständische Zulieferbetriebe noch stärker in den Innovationsprozess Elektromobilität einzubinden“, sagte Ministerpräsident Günther H. Oettingerin Stuttgart.
Laut einer Studie des Wirtschaftsministeriums, die noch in dieser Woche veröffentlicht wird, soll im Jahr 2020 bereits jedes vierte Fahrzeug weltweit über eine elektrische Komponente im Antrieb verfügen. „Jetzt gilt es für Wirtschaft und Wissenschaft die Weichen zu stellen, um sich eine Spitzenstellung in diesem entscheidenden Wachstumsmarkt zu sichern. Baden-Württemberg hat mit seiner großen Innovationsstärke und wissenschaftlichen Exzellenz die besten Voraussetzungen, um den weltweiten Wettbewerb um diese Arbeitsplätze der Zukunft zu gewinnen.“
Zusammenarbeit mit Brennstoffzellen-Allianz Baden-Württemberg
Die neue Landesagentur wird den aktuellen Planungen zufolge bereits zum 1. März 2010 ihre Geschäfte aufnehmen und in den kommenden zwei Jahren über ein Budget von drei Mio. Euro verfügen. „Die neue Landesagentur soll alle wichtigen Akteure zum Thema Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie unter einem Dach zusammenbringen und wichtige Synergien ausschöpfen“, sagte Wirtschaftsminister Pfister. Bereits in den vergangenen Wochen sei in intensiven Gesprächen mit der Brennstoffzellen Allianz BW (BzA-BW) eine gemeinsame Strategie entworfen worden, wie die operativen Aufgaben der BzA-BW zur Innovationsförderung in die neue Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie integriert werden können.
„Das zeigt, dass die Landesregierung beim Thema Elektromobilität konsequent auf eine umfassende und ressortübergreifende Innovationsförderung aus einer Hand setzt, um diese gerade für unser Land entscheidende Schlüsseltechnologie in all ihren Facetten engagiert voranzutreiben. Damit können wir nun auch gebündelt den Standort Baden-Württemberg gegenüber Bund und EU vertreten“, hob Umweltministerin Gönner hervor. Es gelte die gesamte Prozesskette in den Blick zu nehmen. Das betreffe neben Forschung und Entwicklung den Aufbau der erforderlichen Infrastruktur ebenso wie eine möglichst umweltfreundliche Erzeugung und Bereitstellung der Energie in Form von Strom oder auch Wasserstoff als Energieträger für Brennstoffzellenfahrzeuge.
Ein Beirat wird die Landesagentur als Rat- und Ideengeber unterstützen
„Der Systemwandel hin zur Elektromobilität ist eine zentrale Herausforderung für Wissenschaft und Wirtschaft gleichermaßen. Nur durch eine Vernetzung zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen werden wir die notwendigen Durchbrüche in Forschung und Innovation erreichen. Wir setzen zugleich auf ein breites Spektrum von Lehrangeboten an unseren Hochschulen“, erklärte Wissenschaftsstaatssekretär Birk. Dem soll auch die neue Landesagentur Rechnung tragen. Deshalb habe man sich entschlossen, der Landesagentur einen Beirat zur Seite zu stellen, in dem Vertreter aller relevanten Interessensgruppen – von der Zulieferindustrie über das Handwerk und IT-Branche bis hin zu den Automobilherstellern und der Wissenschaft – eingebunden werden. Die Aufgabe des Beirats ist es, die Gesellschaft bei der Erfüllung ihrer Aufgaben als Rat- und Ideengeber zu unterstützen.
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