Wuppertal Institut und Partner legen Vorschlag für Nachweismethoden vor, die in der EU zur Anwendung kommen sollen
Die EU-Mitgliedsstaaten wollen von 2008 bis 2016 mindestens 9 Prozent Endenergie einsparen. Dies wurde in der Richtlinie zur Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen (2006/32/EG) so festgelegt. Auch Deutschland hat sich in diesem Zusammenhang zum Ziel gesetzt, den Endenergieverbrauch bis 2016 um 9 Prozent zu reduzieren. Der entsprechende Betrag an eingesparter Energie ist gegenüber der Europäischen Kommission nachzuweisen.
Doch wie lässt sich der Erfolg nachweisen, denn Energieeinsparungen lassen sich nur selten direkt messen? Wie die Einsparung berechnet werden soll, bleibt in der Richtlinie nur vage formuliert.
Ein vom Wuppertal Institut koordiniertes EU-Projekt hat dafür Methoden entwickelt und nun vorgelegt. "Es ist sehr wichtig", betont Dr. Stefan Thomas, „dass die Ergebnisse der Berechnung glaubwürdig und zwischen den Mitgliedstaaten vergleichbar berechnet werden." Als Leiter der Forschungsgruppe Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik im Wuppertal Institut und Koordinator des Projekts versichert er: "Unsere Methoden sind so entwickelt, dass dieser Vergleich durch ein vereinheitlichtes Verfahren und bereitgestellte Referenzwerte möglich sein wird."
Darüber hinaus zielen die entwickelten Methoden darauf, Hilfestellung bei der Berechnung zusätzlich erzielter Einsparungen zu geben - in Abgrenzung zu ohnehin laufenden technischen Entwicklungen. Denn damit die Richtlinie ihren vollen Beitrag zum Klimaschutz leisten könne, so Thomas, sei es bedeutsam, nur Einsparungen durch Energieeffizienzpolitik und Energiedienstleistungen auf das Ziel anzurechnen, die zusätzlich zum historischen Trend ausgelöst wurden.
"Potenziell kann Deutschland von 2008 bis 2016 mehr als 9 Prozent zusätzliche Einsparungen wirtschaftlich erreichen. Nach dem Aktionsplan der Bundesregierung sollen sogar 4 Prozent Einsparungen angerechnet werden, die bereits vor 2008 erzielt worden sind. Damit würde unser Land signifikante und zudem wirtschaftlich hoch attraktive Potenziale zur Energie- und Kosteneinsparung sowie zum Klimaschutz verschenken", ergänzt Thomas.
Das Projekt "Evaluation and Monitoring for the EU Directive on Energy End-Use Efficiency and Energy Services - EMEEES" mit 21 internationalen Partnern startete im Jahre 2006 und wurde jetzt abgeschlossen. Das Projekt entwickelte sowohl grundlegende Bottom-Up-Methoden (Einsparungen pro Einzelmaßnahme werden aufsummiert) als auch Top-Down-Methoden (Analyse von Indikatoren des Energieverbrauchs) zur Berechnung. 34 Anwendungsbeispiele belegen die Praktikabilität der Methoden. Um der Kommission den Vergleich der Ergebnisse zu erleichtern, legte das Projekt auch Checklisten für den Inhalt der Berichte der Mitgliedsländer zur Evaluierung einer Energieeffizienzmaßnahme (Bottom-Up) oder eines Indikators (Top-Down) vor.
Der Endbericht "Measuring and reporting energy savings for the Energy Services Directive - how it can be done" ist unter www.evaluate-energy-savings.eu im Internet verfügbar, wie auch alle Teilberichte des Projekts zu konkreten Evaluierungsmethoden, Berichtschecklisten und anderen Fragen.
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