Hamburg - Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will den Streit über die Kernkraft trotz Festlegung von Schwarz-Gelb auf längere Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke nicht neu aufflammen lassen.
In einem Interview der Wochenzeitung «Die Zeit» sagte der neue Minister, Kernenergie solle als «Brücke» genutzt werden, der Anteil des Atomstroms solle in Zukunft sinken. Die nicht gelöste Entsorgungsfrage stelle sich auch unabhängig davon, «ob einzelne Kernkraftwerke möglicherweise ein paar Jahre länger laufen als von der rot-grünen Regierung beschlossen».
Den weitgehend befriedeten gesellschaftlichen Konflikt möchte Röttgen nicht wieder aufleben lassen. Seit Jahrzehnten fehle es an gesellschaftlicher Akzeptanz für Atomstrom, und auch die neue Regierung sei entschlossen, «den Weg ins regenerative Zeitalter zu gehen».
Wenige Wochen vor dem Weltklimagipfel rechnet der Umweltminister mit einem Durchbruch: «Ich glaube an einen Erfolg in Kopenhagen.» Nötig sei die Vereinbarung von langfristigen Zielen in einem einheitlichen und verbindlichen Rechtsrahmen, sie müsse «die Kernbestandteile des Kyoto-Protokolls enthalten». Röttgen hofft auf ein starkes Zeichen in Richtung USA: Wenn China und Europa bei einem neuen Klimaschutzabkommen mitmachten, wäre das «ein mächtiges ökonomisches Signal an die Welt, dem sich auch die Technologienation USA nicht verschließen» werde.
Quelle: dpa
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