klimAktiv.de
Co2-Rechner

Seite empfehlen

Wissenschaftlicher Beirat der Regierung übergibt Klimagutachten: Dringender Handlungsbedarf (01.09.2009)

Vorstandsvorsitzender Schellnhuber Bild: WGBUDer Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat am Dienstag in Berlin der Bundesregierung sein Sondergutachten "Kassensturz für den Weltklimavertrag – Der Budgetansatz" übergeben. Der Auftrag an den WBGU für dieses Gutachten erfolgte vor dem Hintergrund der anstehenden Klimaverhandlungen in Kopenhagen. Das nun vorgestellte Papier unterstreicht, wie dringlich das Handeln aus Sicht der Wissenschaft ist.


Zugleich entwickeln die Autoren ein Lösungskonzept für das Weltklimaproblem: Der WBGU schlägt einen Budgetansatz vor, in dem das globale Kohlendioxid-Budget pro Kopf gleichmäßig auf die Weltbevölkerung aufgeteilt wird.

Kassensturz Weltklimavertrag"Das WBGU-Gutachten zeigt erneut, wie wichtig eine Trendumkehr für den Klimaschutz in den nächsten Jahren sein wird", sagte Prof. Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). "Bis 2050 muss die Wirtschaft in den Industrieländern weitgehend Kohlendioxid-neutral sein. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir emissionsarme Technologien in den Industriestaaten, aber auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Hierfür brauchen wir noch mehr Forschung und Innovation. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die vom BMBF initiierte Hightech-Strategie zum Klimaschutz, die ressort-übergreifende Initiativen im Bereich Klimaforschung bündelt. Durch Aktivitäten wie die Entwicklung klimafreundlicher Technologien in Innovationsallianzen, durch Elektromobilität oder Forschung für klima- und energieeffiziente Strukturen der Megastädte von morgen setzen wir hier bereits jetzt wichtige Impulse."

Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, sagte bei der Übergabe des Gutachtens: "Ich halte den Budgetansatz für ein gutes Instrument, den Handlungsdruck deutlich zu machen und zu illustrieren, vor welchen Herausforderungen Industrie- wie Entwicklungsländer stehen. Der Ansatz verdeutlicht, dass Emissionsbudgets gerecht auf alle Staaten bzw. Bürger dieser Welt verteilt werden müssen. Ich halte den Budgetansatz aber gegenwärtig für nur schwer politisch durchführbar. Wir werden den Einstieg in anspruchsvolle Minderungen in Kopenhagen beschließen und beschließen müssen. Da bin ich wesentlich optimistischer als der WBGU."

Das Prinzip des Budgetansatzes, wie ihn der WBGU vorschlägt, ist einfach: Für jedes Land wird ein "Kohlendioxid-Konto" eingerichtet, das die Größe der Bevölkerung und die bereits erfolgten Emissionen der Vergangenheit berücksichtigt Für Industrieländer heißt das, dass sie wegen ihrer hohen Emissionen bereits so viel "abgebucht" haben, dass ihr Budget bald überzogen sein wird und durch Transferleistungen an die Entwicklungsländer erst wieder aufgefüllt werden muss – vor allem durch den globalen Emissionshandel. Zugleich soll das Zwei-Grad-Ziel völkerrechtlich anerkannt werden. Dieses sieht eine Begrenzung der Erderwärmung in diesem Jahrhundert um zwei Grad im Vergleich zur vor-industriellen Zeit vor. Der WBGU zeigt auch auf, welche Schritte notwendig sind, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Der Beirat fordert eine eindeutige Trendumkehr ("Peaking") bei den globalen Kohlendioxid-Emissionen bis 2020. Eine weitgehend emissionsfreie Wirtschaftsweise soll bis 2050 umgesetzt werden (maximal ein bis eineinhalb Tonnen pro Kopf und Jahr).

Das WBGU-Konzept stellt einen sehr weitreichenden Ansatz dar, der deutlich über die in Deutschland und international in der Politik diskutierten Forderungen hinausgeht. So werden zum Beispiel nationale Pläne zur Kohlendioxid-Reduktion vorgeschlagen, über deren Einhaltung eine "Klimazentralbank" mit weitreichenden Befugnissen wachen soll.

Das Gutachten steht als Download und in gedruckter Form zur Verfügung (Bild anklicken)

Quelle: BMU Bundesumweltminsterium

Lesen Sie auch: "Sondergutachten Umweltrat: Deutschland muss CO2-Emissionen bis 2020 halbieren" hier

 


Bundesumweltministerium

12.03.2010

Umweltbundesamt gibt Tipps für klimaschonende Urlaubreisen

Purdue University: Maisethanol ist kein Klimaschützer

WHO-Konferenz endet in Parma: gesundheitliche Folgen des Klimawandels bekämpfen

Klima-Mahner der ersten Stunde - Hartmut Graßl wird 70

Dena bietet Exporthandbücher: Auslandsmärkte für Wind und Biogas erschließen

Siemens baut in Italien Solaranlagen

Schweizer Forscher suchen globale Lösungen für nachhaltige Wassernutzung

Stuttgarts Bedienstete ab sofort per E-Roller unterwegs

11.03.2010

Umwelthilfe: Bundesregierung zeigt bei Kleinlastern wieder ein Herz für Klimakiller

EU: Deutschland wird wahrscheinlich EU-Klimaziel übertreffen

Sarkozy will Devisensteuer für Klimaschutz ab 2011

Klima: Kommission präsentiert Post-Kopenhagen-Strategie im Europaparlament

NABU: Zerstörung von Mooren, Wäldern und Auen kostet Millionen und untergräbt Klimaziele

Weltklimarat IPCC bekommt Kontrollgremium

10.03.2010

Klima-Allianz kritisiert Investitions-Vorhaben von E.ON: riskant für Klima und Anleger

Krise dämpft Eon-Geschäfte - Bernotat geht

Optische Chips reduzieren Internet-Energieverbrauch

Frost & Sullivan: Deutschland bleibt führend bei Biogasanlagen

Umweltbundesamt gibt Tipps: Tourismus und Nachhaltigkeit geht gut zusammen

PIK-Studie: Ruhende Sonne würde globale Erwärmung kaum abschwächen

DIW: Fast jeder zwanzigste Arbeitnehmer arbeitet im 'grünen Bereich'

EnBW baut 6,5 MW großen Solarpark in Ulm-Eggingen

Umstieg lohnt: Erneuerbare Wärme gewinnt den Heizkostenvergleich

09.03.2010

EU-Kommission erlaubt Beihilfe für Klimaschutzprojekt bei ArcelorMittal

Röttgen prüft Hilfe für klimabedrohte Malediven

Wuppertal Institut erforscht private und betriebliche Nutzung von Elektrofahrzeugen

Interaktion von Individuen als Hoffnungsschimmer für das Weltklima?

CO2-Bilanz im Fernsehen: 'Eine richtig durchschnittliche Familie'

Energieverbrauch 2009 so niedrig wie vor 40 Jahren

Muscheln als Klima-Lexikon

Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung 2010 verliehen

Studie: Export alter Elektrogeräte schadet globalem Klima- und Umweltschutz

EU: UN-Klimavertrag könnte doch erst 2011 kommen

08.03.2010

Schweiz: Bundesrat ebnet Weg für klimafreundliche und energieeffiziente Gebäudesanierungen

Merkel warnt vor Stillstand im Klimaschutz

Südafrika nominiert Tourismusminister zum UN-Klimachef

Sarkozy fordert Finanzhilfe für Atomindustrie

BEE: Regierungskoalition konterkariert ihre Bekundungen zu Erneuerbaren Energien

dena-Gutachten: Deutschland braucht Stromspeicher

Bayern will Steuerfreiheit für Elektro-Autos

05.03.2010

Germanwatch kritisiert:Koalition verwässert Klimaversprechen der Bundesregierung

Töpfer wird Desertec-Berater

EU: Zweiter Teil des 4-Milliarden-Euro-Pakets geht an 43 Gas- und Stromprojekte

Das Jahr 2009 brachte einen Förderrekord bei Erneuerbaren Energien im Wärmebereich

Röttgen: Hightech entscheidend für Klimaschutz

Methangas blubbert aus dem sibirischen Meeresgrund

Bilanz: Treibhausgasemissionen sind 2009 um 8,4 Prozent gesunken