Berlin/Helsinki - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat im Streit über Energiesicherheit seine Kritik am Atomausstieg bekräftigt. Europa brauche sichere Energiequellen, die das Klima schonten, sagte Glos am Montag zum Auftakt seines zweitägigen Finnland-Besuchs in Helsinki.
«Genau deshalb halte ich es für einen Fehler, wenn Deutschland endgültig aus der Kernenergie aussteigt.» Das Ziel einer merklichen Senkung des Kohlendioxid- Ausstoßes sei ohne Atomkraft nicht erreichbar. Damit ging er erneut in Stellung gegen Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD), der auf den beschlossenen Atomausstieg verweist und keine Stromlücke befürchtet.
Die Industrie fordert den Bau neuer Kohlekraftwerke und längere Laufzeiten der Atommeiler. «Ohne Kernkraftwerke und neue klimafreundliche Kohlekraftwerke ist die Energieversorgung akut gefährdet», sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Werner Schnappauf, dem «Handelsblatt». Er warnte vor steigenden Energiepreisen. SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber pochte in der «Berliner Zeitung» auf den Atomausstieg: «Wenn klar ist, dass die Laufzeiten der Atomkraftwerke nicht verlängert werden, gibt es keine Stromlücke.» Dann würde die Bereitschaft für den Bau anderer Kraftwerke steigen.
Die Grünen warfen Glos und der Industrie gezielte Täuschung der Öffentlichkeit vor. «Ich spreche von einer Stromlückenlüge», sagte Parteivorsitzender Reinhard Bütikofer. Dabei werde offensichtlich versucht, mit willkürlich gegriffenen Annahmen der Öffentlichkeit etwas einzureden, das durch Fakten nicht gedeckt sei. Nach Ansicht von Glos drohen bereits in vier Jahren Stromabschaltungen, wenn nicht in neue Leitungsnetze und Kohlekraftwerke investiert werde. Er beruft sich auf Berechnungen der Deutschen Energie-Agentur (dena), die die Versorgung auch durch den Atomausstieg gefährdet sieht. Gabriel und das Umweltbundesamt sehen dadurch keine drohende Stromlücke.
Die Dena fordert eine geringere Solarstrom-Förderung. Geschäftsführer Stephan Kohler sagte der «Berliner Zeitung», nicht einmal ein Prozent des Stroms komme aus Solarenergie, jedes Kilowatt koste den Verbraucher das Vielfache konventionellen Stroms. Die Windenergie-Branche hält ein Scheitern der Windpark-Projekte vor der deutschen Küste für möglich. Grund seien technische und finanzielle Probleme sowie der schleppende Ausbau der Stromnetze an Land, berichtete die «Ostsee-Zeitung».
Klima-Mahner der ersten Stunde - Hartmut Graßl wird 70
Dena bietet Exporthandbücher: Auslandsmärkte für Wind und Biogas erschließen
Siemens baut in Italien Solaranlagen
Schweizer Forscher suchen globale Lösungen für nachhaltige Wassernutzung
Stuttgarts Bedienstete ab sofort per E-Roller unterwegs
11.03.2010Umwelthilfe: Bundesregierung zeigt bei Kleinlastern wieder ein Herz für Klimakiller
EU: Deutschland wird wahrscheinlich EU-Klimaziel übertreffen
Sarkozy will Devisensteuer für Klimaschutz ab 2011
Klima: Kommission präsentiert Post-Kopenhagen-Strategie im Europaparlament
NABU: Zerstörung von Mooren, Wäldern und Auen kostet Millionen und untergräbt Klimaziele
Weltklimarat IPCC bekommt Kontrollgremium
10.03.2010Klima-Allianz kritisiert Investitions-Vorhaben von E.ON: riskant für Klima und Anleger
Krise dämpft Eon-Geschäfte - Bernotat geht
Optische Chips reduzieren Internet-Energieverbrauch
Frost & Sullivan: Deutschland bleibt führend bei Biogasanlagen
Umweltbundesamt gibt Tipps: Tourismus und Nachhaltigkeit geht gut zusammen
PIK-Studie: Ruhende Sonne würde globale Erwärmung kaum abschwächen
DIW: Fast jeder zwanzigste Arbeitnehmer arbeitet im 'grünen Bereich'
EnBW baut 6,5 MW großen Solarpark in Ulm-Eggingen
Umstieg lohnt: Erneuerbare Wärme gewinnt den Heizkostenvergleich
09.03.2010EU-Kommission erlaubt Beihilfe für Klimaschutzprojekt bei ArcelorMittal
Röttgen prüft Hilfe für klimabedrohte Malediven
Wuppertal Institut erforscht private und betriebliche Nutzung von Elektrofahrzeugen
Interaktion von Individuen als Hoffnungsschimmer für das Weltklima?
CO2-Bilanz im Fernsehen: 'Eine richtig durchschnittliche Familie'
Energieverbrauch 2009 so niedrig wie vor 40 Jahren
Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung 2010 verliehen
Studie: Export alter Elektrogeräte schadet globalem Klima- und Umweltschutz
EU: UN-Klimavertrag könnte doch erst 2011 kommen
08.03.2010Schweiz: Bundesrat ebnet Weg für klimafreundliche und energieeffiziente Gebäudesanierungen
Merkel warnt vor Stillstand im Klimaschutz
Südafrika nominiert Tourismusminister zum UN-Klimachef
Sarkozy fordert Finanzhilfe für Atomindustrie
BEE: Regierungskoalition konterkariert ihre Bekundungen zu Erneuerbaren Energien
dena-Gutachten: Deutschland braucht Stromspeicher
Bayern will Steuerfreiheit für Elektro-Autos
05.03.2010Germanwatch kritisiert:Koalition verwässert Klimaversprechen der Bundesregierung
EU: Zweiter Teil des 4-Milliarden-Euro-Pakets geht an 43 Gas- und Stromprojekte
Das Jahr 2009 brachte einen Förderrekord bei Erneuerbaren Energien im Wärmebereich
Röttgen: Hightech entscheidend für Klimaschutz
Methangas blubbert aus dem sibirischen Meeresgrund
Bilanz: Treibhausgasemissionen sind 2009 um 8,4 Prozent gesunken