Bonn - Deutschland will sich im Bevölkerungsschutz besser auf die im Zuge des Klimawandels erwarteten Katastrophen und Veränderungen in der Umwelt vorbereiten.
Ein erstes Treffen einer neuen «strategischen Allianz von Behörden» fand am Montag in Bonn statt. Beteiligt sind das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das Umweltbundesamt (UBA), der Deutsche Wetterdienst und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk.
In der Bundesregierung wird unter Federführung des Umweltministeriums bereits eine «nationale Anpassungsstrategie» vorbereitet, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa aus dem UBA. Die Strategie soll Ende nächsten Jahres vom Kabinett verabschiedet werden.
Von Seiten der Wissenschaft gebe es mit den Berichten des Weltklimarates (IPCC) keine Zweifel mehr an einem vom Menschen gemachten Klimawandel, sagte der Meteorologe und . Die Erderwärmung werde sich selbst bei Gegensteuern in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen, und von ihr werde auch Deutschland betroffen sein. Deshalb seien auch in Deutschland Anpassungsmaßnahmen notwendig. In Deutschland sei im Winter mit einer Zunahme der Niederschläge zu rechnen, sagte Latif.
Es werde mehr zu starken Regenfällen und damit zu Überschwemmungen kommen. Besonders im Westen des Landes werde es «keine Winter» mehr geben, da die Zahl der Frosttage stark zurückgehen werde. Im Sommer werde es mehr Hitzetage und wenige Niederschläge geben. «Tage mit mehr als 30 Grad Celsius werden alltäglich werden, und es wird auch Tage mit 40 Grad Celsius geben.» Eine extreme Trockenheit und sintflutartige Regenfälle seien zu erwarten.
Für den Bevölkerungsschutz in Deutschland ergäben sich durch Folgeszenario der Erderwärmung neue Herausforderungen, sagte BBK- Präsident Christoph Unger. Aus drohenden Dürren etwa ergäben sich neue Folgerungen für den Brandschutz. Die Bevölkerung müsse mit solchen Wetterextremen rechnen und sich auch selbst darauf vorbereiten. Das bedeute etwa auch, Lebensmittelvorräte anzulegen oder mit Batterien betriebene Radiogeräte im Haus zu haben. Gefährdet seien neben Menschen insbesondere kritische Infrastrukturen, die für die Versorgung der Bevölkerung notwendig seien - etwa Kraftwerke und die Stromversorgung, erläuterte Unger.
Das Gesundheitswesen werde sich mit neuen Krankheiten konfrontiert sehen, die Landwirtschaft mit verändertem Pflanzenwachstum. Für die zuständigen Behörden gehe es darum, zunächst einmal eine Risikoanalyse zu erarbeiten und auch eine Bestandsaufnahme vorzunehmen, was in ganz Deutschland und auch regional an Ressourcen zum Bevölkerungsschutz zur Verfügung stehe, sagte Unger. Die zu erwartenden Wetterextreme erforderten neue Überlegungen zur Vorsorge, bei den Bewältigungsstrategien und der Nachsorge.
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