Hamburg - Die riesige Aschewolke über Europa hat nach Einschätzung des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie keine Auswirkungen auf das weltweite Klima.
«Die Asche selbst macht nicht viel», sagte die Physikerin Claudia Timmreck am Freitag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Der Flugverkehr reagiere zwar sehr empfindlich auf die kleinen, festen Ascheteilchen, nicht aber das Klima. «Der wirkliche Effekt von Vulkanen hängt davon ab, wieviel Schwefel in die Stratosphäre kommt. Und bei diesem Vulkan ist nicht so viel Schwefel rausgekommen.»
Das Klima werde voraussichtlich nur dann beeinflusst, wenn noch mehrere Ausbrüche folgten, erklärte Timmreck. «Wenn wir über mehrere Wochen permanent solche Eruptionen hätten, wäre das eine andere Sache. Dann würde ja ständig sozusagen nachgeliefert.» Eine schwächere Sonneneinstrahlung könnte etwa die Folge sein.
Und falls die Wissenschaftler beobachten, dass nach dem Vulkanausbruch in Island doch mehr Schwefel in die Stratosphäre gelangt als bisher gedacht, könne das für das Klima ebenfalls relevant sein. «Aber das werden wir vielleicht in zwei Monaten wissen», betonte die 45-Jährige. «Der jetzige Ausbruch alleine macht für das Klima nichts.»
In der Geschichte gebe es ein klassisches Beispiel für einen Vulkan, der das Klima beeinflusst hat, berichtete Timmreck - und zwar die Laki-Eruption 1783/84 in Island. «Da hat man einen Klimaeffekt beobachtet, der Sommer hatte extreme und ungewöhnliche Wetterbedingungen.» Der Laki-Vulkan sei aber auch mehrere Monate lang immer wieder aktiv gewesen und habe relativ viel Schwefel in die Stratosphäre gebracht. «Wenn ein Laki heute ausbrechen würde, würde er über mehrere Monate den Flugverkehr über Nordeuropa beeinträchtigen, lahmlegen.»
Quelle: dpa
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