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25.11.2013

Stimmen zum Ende der Warschauer Klimakonferenz

Nachdem an diesem Wochenende die COP-19 Konferenz in Warschau mit der Absprache eines Fahrplans für ein neues Klimaabkommen zu Ende ging, ziehen verschiedene Organisationen Bilanz. Zahlreiche Umweltorganisationen hatten die Konferenz vorzeitig aus Protest verlassen (wir berichteten) und auch die Organisationen, die bis zum Schluss der Konferenz geblieben sind, zeigen sich wenig enthusiastisch, ob des Ergebnisses.

Bild Erhobener Zeigefinger: pixelio / Paul Georg MeisterGermanwatch teilte am Samstag mit, der Warschauer Klimagipfel sei knapp dem Scheitern entgangen.Die Einigung der Staaten sei ein mäßiges Ergebnis, das immerhin die Weichen für ein Abkommen im Jahr 2015 stelle. Es sei gelungen, einen Mechanismus für besonders massiv unter dem Klimawandel leidende Staaten zu initiieren, der in den nächsten drei Jahren im Detail ausgestaltet werden soll. Verantwortlich für das schwache Ergebnis von Warschau seien im Wesentlichen fünf Länder: Australien, Japan, China, Indien und Gastgeber Polen. "Es rächt sich jetzt auch, dass die alte Bundesregierung eine mutige EU-Klimapolitik in den vergangenen beiden Jahren ausgebremst hat", so Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. "Mit der Flucht aus der Vorreiterrolle hat die EU viel Einfluss bei den Klimaverhandlungen verloren.“ Christoph Bals weiter: "Damit der globale Klimaschutz nun Fahrt aufnimmt, muss das Verhandeln mit mutigem Handeln zu Hause und mit neuen Allianzen von Vorreiterstaaten ergänzt werden. Beim Handeln ist die künftige Bundesregierung gefragt: Sie muss dafür sorgen, dass die EU wieder zur Klimavorreiterrolle vergangener Jahre zurückfindet." Entscheidend dafür sei eine tiefgreifende Reform des Emissionshandels und ambitionierte Klimaschutzziele Europas für 2020 und 2030. "Ein 2030-Reduktionsziel von mindestens 40 Prozent in der EU, wie derzeit im Koalitionsvertrag vorgesehen, wäre schlichtweg peinlich. Selbst China und die USA handeln auf nationaler Ebene derzeit entschlossener als die EU“, so Bals.

Der Naturschutzbund NABU bewertete das Ergebis als "Trippelschritte" "Der in Warschau beschlossene Zeitplan bleibt so unkonkret, dass es fraglicher denn je ist, ob 2015 in Paris tatsächlich ein neues Weltklimaabkommen beschlossen werden kann. Daher ist es jetzt besonders wichtig, verloren gegangenes Vertrauen schnellstmöglich wieder zurückzugewinnen", NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Noch negativer sieht die Hilfsorganisation Brot für die Welt e.V. die Konferenz: "Dieser Klimagipfel wird als 'Verlust und Schaden' in Erinnerung bleiben", bilanziert Thomas Hirsch, Entwicklungspolitscher Beauftragter von Brot für die Welt in Anspielung auf das beherrschende Thema, wie Klimaschäden künftig minimiert und ausgeglichen werden können. "Der internationale Klimaschutz braucht Vorreiter und keine Verweigerer. " Laut einer Mitteilung der Organisation vom Sonntag war Warschau ein neuer Tiefpunkt der Klimagipfel. "Statt den Opfern des Klimawandels Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, haben sich Australien und Japan von längst vereinbarten Minderungszielen für Treibhausgase in aller Öffentlichkeit verabschiedet. Gleichzeitig tun Schwellenländer wie China, Brasilien, Indien und Singapur alles, um eigene Verpflichtungen hinauszuzögern. Brüskierend ist auch, dass Gastgeber Polen während der Konferenz nicht nur einen Weltgipfel der Kohleindustrie ausgerichtet, sondern auch noch seinen Umweltminister und amtierenden Konferenzpräsidenten entlassen hat", so Hirsch weiter. Außerdem sei der auf der Konferenz beschlossene Mechanismus zur Bewältigung von Klimaschäden schwach ausgefallen.

Ähnlich bewertete auch die internationale Hilfsorganisation Care das Ergebnis des Gipfels. Zwar seien die zugesagten Mittel für die Anpassung an den Klimawandel nur Tropfen auf dem heißen Stein, aber damit sei ein Schritt in die richtige Richtung getan. Außerdem sei es positiv zu sehen, dass die Entwicklungsländer in diesem Punkt große Einigkeit bewiesen haben. Trotzdem sei der Gipfel insgesamt eine "gravierende Enttäuschung" gewesen, da nur minimale Schritte zur Abwendung einer globalen Klimakatastrophe beschlossen worden seien.


Quelle: klimaktiv / jh / Germanwatch / NABU / Brot für die Welt e.V. / Care

© Bild Erhobener Zeigefinger: pixelio / Paul Georg Meister


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