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14.04.2014

Carbon Tracker warnt vor Bedrohung der Finanzmärkte durch CO2-Blase in Bilanzen

Die britische Carbon Tracker Initiative hat erstmals 2011 vor einer CO2-Blase an den Finanzmärkten gewarnt. Nun wurden die Bilanzen der jeweils 100 größten börsennotierten Produzenten von Kohle und Gas mit Unterstützung des Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment der London School of Economics and Political Science erneut durchforstet. Nach den jüngsten Berechnungen sind die in den Geschäftsbüchern schlummernden potenziellen CO2-Emissionen erneut angeschwollen und erreichten 2013 den Wert von 762 Gigatonnen CO2. 2011 lag dieser Wert bei 745 Gigatonnen CO2. Sollten alle börsennotierten Reserven ausgeschöpft werden, könnte sich dieser Wert auf 1.541 Gigatonnen CO2 verdoppeln, heißt es in der Studie "Unburnable Carbon 2013: Wasted capital and stranded assets".

London wird in der Studie als Kohle-Hauptstadt der Welt bezeichnet, New York sei Platzhirsch bei Öl. In New York sind die fossilen Brennstoffreserven der börsennotierten Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren demnach um 37 Prozent gestiegen, in London um sieben Prozent. Aber auch kleinere Börsen bergen aus Sicht von Carbon Tracker ein großes CO2-Risiko: Börsen in Brasilien, Indien, Griechenland und Italien seien ebenfalls sehr CO2-lastig, aber auch die Börsen in Hongkong, Johannesburg, Wien und Budapest.

Aus Sicht der Carbon Tracker Initiative und des Grantham Research Institute bewegen sich die börsennotierten Unternehmen noch immer in die falsche Richtung: Die Unternehmen investieren zu viel Geld - 2013 seien es laut Analyse 674 Milliarden US-Dollar gewesen - in die Exploration neuer Rohstoffreserven und damit in das falsche Geschäftsfeld. Der Politik wird in der aktuellen Studie vorgeworfen, sie sei dem Aufbau der nicht nachhaltigen Investitionsblase nicht konsequent genug entgegengetreten. Aber auch die institutionellen Investoren kommen nicht ungeschoren davon: Sie hätten ihre Portfolios unzureichend im Griff und setzten auf Unternehmen, die sich nur am kurzfristigen Gewinn orientierten.
 

"Die Vergangenheit war für den Energiesektor nicht wirklich ein nützlicher Führer", heißt es in den Schlussbemerkungen. Das lässt sich aus Sicht der Initiative nur dadurch erklären, dass der Markt nicht wirklich daran glaubt, dass die Politik die Maßnahmen durchsetzen wird, die für eine Reduzierung der CO2-Emissionen notwendig sind. Neben politischen Maßnahmen müssten aber auch die Finanzmärkte reformiert werden, damit die Investoren diese langfristigen Signale erkennen und entsprechend handeln könnten. 


Die Studie ist kostenlos im Internet abrufbar unter www.lse.ac.uk/GranthamInstitute/publications/Policy/docs/PB-unburnable-carbon-2013-wasted-capital-stranded-assets.pdf .



Quelle: MB Infosource / TradeNews Emissions


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