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15.11.2011

Forsa-Umfrage: Große Mehrheit gegen Spekulation mit Nahrungsmitteln

Berlin - Dass die Nahrungsmittel in benachteiligten Ländern nicht nur auf Grund von Misswirtschaft und Klimawandel existentiell zu teuer werden, sondern auch auf Grund von Spekulationen, gilt als Tatsache. Doch wie sehen die Deutschen dies? Eine representative Umfrage von Forsa im Auftrag von Foodwatch zeigt: dass die Deutsche Bank und andere Investmentbanken mit Agrar-Rohstoffen wie Weizen oder Mais spekulieren, halten 84 Prozent der Bundesbürger für "nicht akzeptabel".


Während gut drei Viertel von der Politik eine strengere Regulierung der Rohstoffmärkte fordern, sehen zwei Drittel die Institute selbst in der Verantwortung: 66 Prozent der Bundesbürger erwarten, dass die Deutsche Bank und andere Geldhäuser von sich aus, unabhängig von politischen Maßnahmen, aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln aussteigen. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Verbraucherorganisation foodwatch.

Bild: Pixelio/M. GrossmannNur 11 Prozent der Befragten halten es für legitim, wenn etwa die Deutsche Bank Anlagen anbietet, bei denen auf Preise für Nahrungsmittel gewettet wird. Viele Bankkunden wollen auch persönliche Konsequenzen ziehen, falls sie erfahren, dass ihre Bank sich an solchen Geschäften beteiligt. So möchte jeder Zweite (49 Prozent) alle Anlagen kündigen, bei denen Geld in die Spekulation mit Nahrungsmitteln fließt. Ebenfalls 49 Prozent der Befragten wollen darüber nachdenken, ihr Konto bei dieser Bank zu kündigen und zu einem anderen Institut zu wechseln. 43 Prozent würden Bekannten davon abraten, Kunde bei dieser Bank zu werden.

Gegenüber foodwatch hat die Deutsche Bank mittlerweile erklärt, der Vorstand wolle bis Ende Januar 2012 über einen Ausstieg aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln entscheiden. Eine internationale Arbeitsgruppe des Geldinstituts prüfe derzeit die Auswirkungen der Geschäfte in Reaktion auf den Report "Die Hungermacher". Darin hatte foodwatch am 18. Oktober Belege für den Zusammenhang zwischen der Spekulation mit Rohstoffen und steigenden Nahrungsmittelpreisen und damit Hungerkrisen veröffentlicht. Innerhalb nur eines Tages hatten bereits 10.000 Menschen eine E-Mail-Aktion an Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann unter dem Motto "Hände weg vom Acker, Mann!" unterzeichnet. Ackermann versprach daraufhin am 19. Oktober eine Prüfung der Geschäfte und schrieb in einem persönlichen Brief an foodwatch: "Kein Geschäft ist es wert, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen." Mittlerweile (Stand 15.11.) haben sich mehr als 30.000 Menschen an der Protestaktion auf der gleichnamigen Internetseite www.Haende-weg-vom-Acker-Mann.de beteiligt.

foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode: "Das Wetten auf steigende Preise von Lebensmitteln zeigt besonders drastisch, wie rücksichtslos Banken heute das Allgemeinwohl schädigen. Herr Ackermann trägt hier auch persönliche Verantwortung, denn er ist nicht nur Bankenvorstand, sondern als Präsident des Weltbankenverbandes IIF auch oberster Lobbyist der Finanzwirtschaft. Die Menschen erwarten von ihm, dass er beispielhaft handelt: Die Deutsche Bank muss alle Anlagen aus ihrem Portfolio streichen, bei denen Geld für Wetten auf Nahrungsmittelpreise eingesetzt wird - egal, ob es Herrn Ackermann um die Hunger leidenden Menschen oder um den Ruf der Deutschen Bank geht."

Mit der E-Mail-Aktion unter Haende-weg-vom-Acker-Mann.de wird Ackermann aufgefordert, als Präsident des Bankenweltverbandes eine politische Regulierung der Rohstoffmärkte nicht länger zu blockieren sowie als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank mit gutem Beispiel voranzugehen und aus der Spekulation mit Nahrungsmitteln auszusteigen. Nach der Forsa-Umfrage ist nicht einmal ein Drittel der Bundesbürger (28 Prozent) der Meinung, dass ein eigenverantwortlicher Ausstieg aus solchen Geschäften von den Banken ohne politische Regulierung nicht verlangt werden könne.

Im Auftrag von foodwatch hatte Forsa am 7. und 8. November 1001 Menschen bevölkerungsrepräsentativ für Deutschland befragt.


Quelle: Foodwatch

© Bild: Pixelio/M. Grossmann


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