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Quelle: ergonoMedia/photocase.com und sepphuberbauer/photocase.com

19.10.2010

Siemens kooperiert mit Abu Dhabi bei Ökostadt Masdar

Siemens und Masdar, eine von Abu Dhabi ins Leben gerufene Initiative zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen, haben eine langfristige strategische Partnerschaft vereinbart. In der ersten Projektphase von Masdar City wird Siemens ein innovatives Stromnetz kombiniert mit moderner Gebäudetechnik errichten.


Dieses ermöglicht zum einen eine energieeffiziente Stromversorgung und dient zum anderen als eine dynamische Forschungs- und Entwicklungsplattform. Die Partnerschaft beinhaltet zudem eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der CO2-Abscheidung und -Speicherung, verbunden mit gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten mit dem Masdar Institute. Siemens plant zudem Masdar City als strategischen Unternehmensstandort auszubauen.

Bild: Siemenslinks: Masdar-CEO Dr. Sultan Ahmed Al Jaber und Siemens CEO Peter Löscher vor dem Modell von Masdar City auf dem Masdar-Messestand auf dem European Future Energy Forum in London. Bild: Siemens

So soll die Unternehmenszentrale für Siemens im den Nahen und Mittleren Osten nach Masdar ziehen: Zudem wird in der Stadt ein Kompetenzzentrum für Gebäudetechnik und weitere Initiativen sowie ein Zentrum zur Förderung von Führungskräften angesiedelt.

Das Kompetenzzentrum wird seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit in Masdar City voraussichtlich noch im Jahr 2010 starten. „Masdar ist ein globaler Pionier bei grünen Technologien. Wir sind stolz, uns als strategischer Partner an diesem wegweisenden Projekt zu beteiligen“, sagte Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. „Das Projekt unterstreicht zudem unser enges Verhältnis zu Abu Dhabi und den Vereinigten Arabischen Emiraten.“

Im Rahmen der Vereinbarung liefert Siemens integrierte Automatisierungstechnik für Gebäude und entwickelt gemeinsam mit Masdar City Anwendungen für ein intelligentes Stromnetz (Smart Grid). In der ersten Projektphase soll dieses Smart Grid den Energieverbrauch der Stadt optimieren. Die dynamische Forschungs- und Entwicklungsumgebung erfasst Benutzerdaten und Verbraucherreaktionen, um das Produktdesign und die Automatisierung zu optimieren, und unterstützt Masdar City gleichzeitig, seine Energieeffizienzziele zu erreichen.

In diesem Smart Grid werden mehrere Gebäudemanagementsysteme mit einem modernen System für das Management des Stadtnetzes verknüpft. Verschiedene Gebäude- und Verbrauchertypen (Privatwohnungen, Gewerbebauten und Bildungseinrichtungen) werden dabei im Gebäudemanagementsystem eines bestimmten Stadtbezirks zusammengefasst, so dass Masdar und Siemens den Energieverbrauch der Gebäude überwachen und steuern können. Indem dieses Gebäudemanagementsystem des Bezirks mit dem Verteilersystem verbunden wird, kann der Stromversorger den Bedarf der Verbraucher direkt mitsteuern.

„In Masdar geht es darum, durch Partnerschaften mit führenden Technologieunternehmen wie Siemens eine Drehscheibe für saubere Energien und Forschung und Entwicklung zu schaffen. Bei der Realisierung von Masdar City haben wir stets die neuesten Innovationen im Blick. Wir stoßen bei Wissenschaft, Technologie und Konstruktion in neue Gebiete vor und definieren damit nicht nur das Konzept einer nachhaltigen Stadtentwicklung neu, sondern gestalten auch ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, das Abu Dhabi zu einem Knotenpunkt für Technologieentwicklung und -export machen wird. Diese Vision für Masdar City wird von beiden Partnerunternehmen Siemens und Masdar gemeinsam vertreten und unterstützt“, sagte Dr. Sultan Al Jaber, CEO von Masdar.

Siemens strebt außerdem eine Kooperation mit Masdar und dem Masdar Institute im Bereich der CO2-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage / CCS-Technologie) an. Ziel ist die technische und wirtschaftliche Optimierung der umweltschonenden Technologie zur Abscheidung von CO2 aus dem Rauchgas fossil befeuerter Kraftwerke und anschließender Speicherung des CO2. Die CCS-Technologie scheidet CO2 dort ab, wo es entsteht, z. B. in fossil befeuerten Kraftwerken, und verhindert seine Emission in die Atmosphäre, indem sie das CO2 zur besseren Ausbeute von Erdölfeldern einsetzt oder dauerhaft in geologischen Strukturen wie Ölreservoirs oder tiefen salinen Aquiferen speichert.

Der Forschungs- und Entwicklungsaspekt der Partnerschaft mit dem Masdar Institute stellt für Siemens die bislang weltweit größte Investition dieser Art in Kooperation mit einer Wissenschafts- und Technologieorganisation dar. Im Einzelnen besteht der Beitrag von Siemens aus einem langfristigen Forschungs- und Entwicklungsprogramm für intelligente Stromnetze, intelligente Gebäudetechnik und CCS. Hinzu kommen Fördermittel, Stipendien und Bildungsprogramme für den Ausbau einer Wissens-basierten Wirtschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Die Zentrale von Siemens im Nahen und Mittleren Osten in Masdar City soll ein Vorzeigestandort für die neuesten Energieeffizienz-Entwicklungen von Siemens werden und nach Fertigstellung rund 2.000 Experten beheimaten.Die geplante Größe des neuen Standorts liegt bei 18.000 m2, also der Größe von knapp drei Fußballfeldern, und ist langfristig auf 25.000 m2 erweiterbar. In der ersten Phase wird Siemens zunächst eine Fläche von 12.000 m2 anmieten, die dann erweitert werden soll. Die Fertigstellung dieser Arbeitsräume ist für das erste Quartal 2013 vorgesehen.

Der Standort erhält ein Kompetenzzentrum für intelligente Gebäudetechnik, ein Zentrum zur Förderung von Führungskräften und ein Konferenzzentrum für Kunden und internen Nutzung. „Die Präsenz von Siemens ist ein wertvoller Beitrag für Masdar City. Hier finden sich zahlreiche führende Industrieunternehmen zusammen, deren Interesse in der Entwicklung modernster Technologien, nachhaltiger Architekturen und energieeffizienter Lösungen liegt“, sagte Masdar-CEO Dr. Sultan Al Jaber.

Durch die strategische Vereinbarung wird die bestehende Partnerschaft zwischen Masdar und Siemens deutlich erweitert. Siemens tritt in diesem Zusammenhang bereits als Investor für die Masdar Clean Tech Fonds I und II auf.


Quelle: Siemens

© Bild: Siemens



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