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Karmann und EWE stellen Elektroauto «E3» vor (10.11.2009)

Bremen - Der insolvente Osnabrücker Autozulieferer Karmann und der Oldenburger Energiekonzern EWE haben das gemeinsam entwickelte Elektroauto «E3» offiziell vorgestellt. Das Fahrzeug komme angesichts des Klimawandels und knapper werdender Ressourcen zum richtigen Zeitpunkt, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP). «Wir brauchen wie bei der Windenergie und der Biomasse den Technologievorsprung.» Der «E3» soll Strecken von rund 170 Kilometern zurücklegen können und eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde erreichen.


Der neue EWE 3 Bild: KarmannKarmann soll für EWE zunächst acht bis zehn Elektroautos produzieren, mit denen der Energieversorger vor allem deren Einbindung in das Stromnetz erforschen will. Karmann hofft dagegen, ein neues Geschäftsfeld erschließen zu können. In den kommenden zwei Jahren müssten Grundsatzfragen geklärt werden, sagte Sprecher Christian Eick. «Es reicht nicht, ein bestehendes Auto zu nehmen und den Motor einfach durch eine Batterie zu ersetzen.» 2012 könnte die Serienproduktion beginnen.

Der traditionsreiche Autozulieferer Karmann hatte in diesem Jahr Insolvenz angemeldet. Für den «E3» bestehe jedoch keine Gefahr, sagte Eick. Die neugegründete Tochter Karmann E-Mobil GmbH sei unabhängig vom Mutterunternehmen. Nach Angaben des EWE-Vorstandsvorsitzenden Werner Brinker denkt der Konzern zurzeit darüber nach, bei Karmann eine Flotte von 100 bis 200 Elektroautos zu bestellen. Einige Firmen hätten bereits Interesse angemeldet. Der Verkaufspreis des «E3» solle langfristig bei 35 000 bis 40 000 Euro liegen. «Die ersten Prototypen sind aber noch teurer.»

Die Bundesregierung will bis 2020 eine Million Elektroautos auf die deutschen Straßen bringen. Die Autobranche geht trotz finanzieller Anreize aber davon aus, dass der Verbrennungsmotor in den kommenden 15 bis 20 Jahren weiter eine dominante Rolle spielen wird. Nach einer VW-Prognose erreichen reine Elektroautos im Jahr 2020 einen Marktanteil von nur 1,5 Prozent.


Quelle: dpa


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