Berlin - Die Deutsche Bahn hat unmittelbar vor Drucklegung ihres Klimaschutzberichtes ein bereits abgenommenes und im Layout gesetztes Statement der Deutschen Umwelthilfe (DUH) aus der Publikation entfernt.
Dieser Entscheidung vorausgegangen war die ultimative Forderung, DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch als Autor des Statements solle darauf verzichten, die Deutsche Bahn zu mehr Investitionen in den Regionalverkehr aufzufordern.
Vor rund einem halben Jahr hatte die Deutsche Bahn AG um ein Statement von DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch zum Klimaschutzprogramm 2020 der Bahn gebeten, das die Bahn werbewirksam in ihrem Klimaschutzbericht verwenden wollte. Neben anderen bekannten Persönlichkeiten aus dem Klima- und Umweltschutz, sollte Reschs Beitrag die Klimaschutzbemühungen der Bahn bewerten und einordnen. In dem Beitrag für die umweltpolitische Selbstdarstellung der Bahn hatte Resch das Klimaschutzengagement insgesamt positiv gewürdigt, gleichzeitig aber zwei akute Problembereiche angesprochen.
Wörtlich lautet das zensierte DUH-Testimonial: „Das Klimaschutzprogramm 2020 zeigt, dass die Deutsche Bahn AG ihre Verantwortung als Unternehmen für die gesamtgesellschaftliche Aufgabe des Klimaschutzes erkannt hat. Unerlässlich ist daher, dass die Bahn mehr noch als bisher in die regionalen Verbindungen investiert und Menschen überall im Land ein mobiles Leben mit weniger Autos ermöglicht. Wir müssen lernen, Mobilität als ein System zu begreifen und die Bahn hat dank des weiten Schienennetzes die einzigartige Gelegenheit, dieses System flächendeckend zu schaffen. Und selbst dort, wo keine Schienen mehr hinführen, können Busse für umweltfreundliche Mobilität sorgen. Im Übrigen muss die Bahn als Betreiberin der größten Busflotte im Land schleunigst Rußpartikelfilter in diese Fahrzeuge einbauen. Das vermindert nicht nur die Luftbelastung, sondern verbessert auch ihre Klimabilanz.“
Der zweite Satz missfiel der Bahn. Sie forderte von der DUH, die „Deutsche Bahn“ als Adressaten der Forderung herauszunehmen und somit nur mehr allgemein mehr regionale Investitionen zu fordern. Resch bot als „Kompromiss“ an, statt „regionale Verbindungen“ die Formulierung „regionale Infrastruktur“ zu gebrauchen. Dies jedoch wollte die Bahn nicht.
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