Gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
Quelle: ergonoMedia/photocase.com und sepphuberbauer/photocase.com

04.05.2012

Dienstwagenbesteuerung lenkt - nur in die falsche Richtung

Die Besteuerung von Dienstwagen, die indirekt den Kauf großer und teurer Fahrzeuge begünstigt, ohne den Verbrauch und damit die Klimafreundlichkeit zu berücksichtigen, steht bei Umwelt- und Sozialverbänden seit längerem in der Kritik. Ein Vorhaben des Bundesfinanzministeriums, bei der Besteuerung von Dienstwagen künftig den Preis der Akkus von Elektroautos nicht mehr berücksichtigen, ruft nun das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) auf den Plan.


Denn die Dienstwagenbesteuerung müsse endlich lenken, indem sie den Kauf klimafreundlicher und Sprit sparender Autos begünstige, so die Forderung. Für FÖS-Geschäftsführer Damian Ludewig lenkt die Dienstwagenbesteuerung sehr wohl - nur in die falsche Richtung. "Es profitiert, wer die neuesten und teuersten Autos fährt, den Dienstwagen am stärksten privat nutzt, dabei den meisten Sprit verbraucht und das höchste zu versteuernde Einkommen hat", kritisiert Ludewig.

Bild: IFCAR PDFür ihn ist klar: "Die derzeitige Regelung ist also sowohl unökologisch, als auch unsozial und kostet den Staat Milliarden." Eine Reform sei daher dringend überfällig und auch im Koalitionsvertrag zumindest zur Prüfung vorgesehen.

Ludewig fordert: "Die Regierung sollte dabei allerdings auf eine technologieneutrale Lösung setzen und nicht einseitig Elektromobilität fördern. So sind auch Dienstfahrräder oder Autos mit vergleichsweise effizienten Verbrennungsmotoren derzeit benachteiligt."

Einen weiteren Aspekt zu Dienstwagen nimmt die Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter die Lupe, die zum sechsten Mal recherchiert, wie klimafreundlich oder -schädlich Fahrzeuge des politischen Spitzenpersonals von Bund und Ländern sind.

Laut DUH zeigt die diesjährige Dienstwagenerhebung, dass einzelne Spitzenpolitiker ihre ökologische Vorbildfunktion allmählich wahrnehmen und bei ihren Dienstwagen auf Spritverbrauch und CO2-Ausstoß achten. Allerdings, so die DUH, dringe die Klimadebatte immer noch nicht zu jedem durch. Vor allem in den Tiefgaragen einiger Länderchefs parkten nach wie vor spritschluckende Klimakiller-Limousinen. Detaillierte Ergebnisse will die Umweltschutzorganisation nächste Woche vorstellen.


© Bild: IFCAR PD



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