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Quelle: ergonoMedia/photocase.com und sepphuberbauer/photocase.com

07.05.2012

Test: Sieben von neun Energieberatern fielen durch

Bild: KlimAktiv/ZügelIm Grunde ist es eine schallende Ohrfeige für die Branche. Die Stiftung Warentest hat Energieberatungen unter die Lupe genommen und kommen zu dem Schluss: gute Berater sind rar.

Dabei sollte eine gute Energieberatung am Anfang von energieeffizienten Sanierungsmaßnahmen stehen, denn oft geht es um viel Geld und den Besitzern sollte vorab klar sein, wo das Geld am sinnvollsten eingesetzt werden kann. Zudem ist eine Energieberatung Voraussetzung für einen günstigen KfW-Kredit. Eine Stichprobe der Stiftung Warentest zeigt aber: Trotz Kosten von 400 bis gut 800 Euro bleibt der Hausbesitzer oft ratlos zurück, so die Tester.

Stiftung Warentest schickte exemplarisch jeweils drei Energieberater zu drei unterschiedlichen Immobilien, deren Sanierungsbedarf im Vorfeld ermittelt wurde. Sechs der neun Abschlussberichte von Architekten, Ingenieuren und Handwerkern enttäuschen im Test, ein weiterer lieferte erst gar keinen Bericht ab. Die meisten Berichte waren lückenhaft, selbst wenn der Energieexperte dreimal zu Besuch war. Sie enthalten nur wenige Details und erläutern die erforderlichen Energiesparmaßnahmen nur unzureichend oder unverständlich. Zudem beanstandeten die Tester, dass die Berater bei ihrem Besuch vor Ort zum Teil sinnvolle Hinweise gaben, die aber dann im Abschlussbericht nicht mehr auftauchten.

„Das ist in der Tat ein sehr unbefriedigendes Ergebnis und sicher nicht das, was wir uns wünschen“, bedauert Volker Kienzlen, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), die Kommunen, kirchliche Einrichtungen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen in Sachen Klimaschutz und Energieverwendung unterstützt. Kienzlen scheint das Ergebnis nicht wirklich zu überraschen. Das beginnt für ihn schon mit der Bezeichnung Energieberater. Dies sei kein geschützter Begriff, „letztlich kann sich jeder so nennen“, gibt er zu bedenken. „Zu prüfen wäre, welche Grundqualifikation die angefragten Berater haben.“ Kienzlen rät Hausbesitzern, nach Referenzen zu fragen: Welche Sanierungen, die dann auch umgesetzt wurden, hat der Berater geplant; waren die Kunden zufrieden? Sehr wichtig, so der Fachmann weiter, sei zu prüfen, ob der Energieberater unabhängig ist oder sein Geld im Grunde mit dem Verkauf bestimmter Produkte verdiene. „Verkäufer unter dem Deckmantel der Energieberatung sind naturgemäß kritisch zu bewerten.“

Kienzlen: „Außerdem sollte man vorab ermitteln, ob der Energieberater ganzheitlich vorgeht, d.h. betrachtet er nur die Heizungsanlage oder nur die Außenwand oder versucht er, Gebäudehülle, Anlage und die Nutzung in einem Gesamtkonzept unter Berücksichtigung aller gesetzlicher Rahmenbedingungen zu bewerten und zu optimieren. Dazu ist eine detaillierte Bestandsaufnahme vor Ort erforderlich.“

Für den Experten ist angesichts des Testergebnisses klar: auch Energieberatungen brauchen Qualitätssicherung. Und daran arbeite man gerade, versichert er.

Und die Kosten? Grundsätzlich gibt es verschiedene Arten von Energieberatungen, weil nicht jeder Ratsuchende auch umfassende bauliche Maßnahmen plant. So sind Verbraucherzentralen, örtliche Energieversorger oder regionale Energieagenturen eine gute Anlaufstelle, um für kleines Geld oder gar kostenlos Rat zu erhalten, wie man sinnvoll Energie sparen kann.

Für eine umfassende Energieberatung im Vorfeld einer Sanierungsmaßnahme können Beratungswillige Fördermittel erhalten. Die Mittel der „Vor-Ort-Beratung“ des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sind für die erste Beratung vor dem Beginn einer Sanierungsmaßnahme vorgesehen. Für ein Einfamilienhaus zahlt das BAFA einen Zuschuss von 300 Euro, für Wohnhäuser ab drei Wohneinheiten 360 Euro.

Die KfW-Förderbank unterstützt professionelle Beratung während der Sanierungsphase als so genannte „Baubegleitung“. Im Rahmen des KfW-Programms „Energieeffizient Sanieren“ gewährt sie einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Beraterkosten, bis maximal 4.000 Euro pro Antragsteller und Vorhaben.


KlimAktiv/zü

© Bild: KlimAktiv/Zügel



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