In den Ausbauplänen der Bundesländer sei etwa 60 Prozent mehr Windenergie vorgesehen als nötig, um die Energiewende zu schaffen.
«Ich plädiere dafür, die Kirche im Dorf und auch die Bäume im Wald zu belassen», sagte Altmaier. Das bedeute nicht, dass in den Wäldern der Mittelgebirge keine Windräder gebaut werden sollten. Aber der Windenergieausbau müsse auf einen Zeitraum von 40 Jahren verteilt werden. Für die Energiewende hat sich die Regierung vorgenommen, bis zum Jahr 2020 insgesamt 35 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu erzeugen.
Für Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie, zeugen die Aussagen von Bundesumweltminister Peter Altmaier von einer kompletten Fehleinschätzung der Lage der Windenergie in Deutschland. Albers: "Unsere Zahlen belegen, dass es in Deutschland keinen massiven Zubau von Windenergieanlagen gibt. Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren wurde zwischen 1500 und 2000 Megawatt pro Jahr zugebaut." Zum Vergleich zieht Albers die Jahre 2001 und 2002 heran: "Im Jahr 2001 hatte wir einen Zubau von etwa 2700 Megawatt und im Jahr 2002 sogar von etwa 3200 Megawatt,", so Albers weiter und er kritisiert: "Da der Bundesumweltminister ganz offensichtlich den realen Zubau nicht kritisieren kann, greift er Länderziele an."
Der Verband begrüße, dass die Länder den Ausbau der Windenergie vorantreiben wollen. Albers: "Umso erstaunlicher ist, dass Peter Altmaier im ZDF Morgenmagazin davon spricht, dass diese Ziele 60 Prozent über dem liegen, was wir bräuchten um die Energiewende zu schaffen. Das kann nur bedeuten, dass für den Bundesumweltminister bei einem Anteil von 35 Prozent Erneuerbare Energien bereits die Energiewende geschafft ist."
Die Bundesregierung muss in den Augen des Verbandes jetzt endlich Klarheit darüber schaffen, was sie will. Sie könne nicht auf der einen Seite so tun als wenn sie die Energiewende voranbringen will und zum anderen dafür sorgen, dass der Zubau gerade der zuverlässigsten und kostengünstigsten Erzeugungsart unter den Erneuerbaren - der Windenergie an Land - ausgebremst wird.
Nicht redlich sei dabei auch der Versuch, Naturschutz und Klimaschutz gegeneinander auszuspielen. "Die verantwortlichen Akteure beider Bereiche wissen, dass beides einander bedingt. Daher gibt es schon seit langem eine intensive Zusammenarbeit zwischen Windbranche und Naturschutzverbänden," betont der Präsident.








