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Quelle: ergonoMedia/photocase.com und sepphuberbauer/photocase.com

13.06.2012

Grün-Rot: Strom wird bis 2020 um ein Viertel teurer

Der grüne Ministerpräsident und sein Umweltminister sind sich einig: „Dass es die Energiewende nicht kostenlos gibt, ist hinlänglich bekannt. Es besteht aber überhaupt kein Grund für Schreckensszenarien.“ Denn ein Anstieg für den Privatkunden um voraussichtlich 5 Cent je Kilowattstunde sei "sicherlich viel", aber auch vor dem Atomausstieg hätte der Strompreis "nur eine Richtung gekannt: nach oben". Dies sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann am 12.06.12 anlässlich der Vorstellung einer Prognose zur Strom- und Gaspreisentwicklung bis 2020.


Grundlage ist ein Gutachten des Leipziger Instituts für Energie GmbH (IE Leipzig). Demnach werden die Strompreise für Privathaushalte bis 2020 um 22 Prozent steigen. Deutlich günstiger sieht es für die die Industrie aus. Energieintensive Betriebe können mit einem deutlich geringeren Preisanstieg von acht Prozent rechnen, im günstigsten Fall sogar mit geringfügig fallenden Kosten, so die Studie.

Bild: Pixelio/Manfred SchimmelDie grün-rote Regierung will mit diesem Gutachten einen Kontrapunkt setzen angesichts der ständigen Diskussionen um steigende Energiepreise, die in ihren Augen die Akzeptanz der Energiewende gefährden.  „Die wild ins Kraut schießenden Spekulationen über den angeblich steilen Anstieg der Strompreise sind weder hilfreich noch sachlich gerechtfertigt“, erklärten Kretschmann und Untersteller.

Die Landesregierung geht bis 2020 von einem Anstieg der Strompreise für Privathaushalte um rund 22 Prozent aus. Diesen Preisanstieg hat das IE Leipzig in einem so genannten Trend-Szenario errechnet, in das alle für den Endkundenpreis relevanten Kostenfaktoren eingearbeitet wurden: Großhandelspreis, Steuern und Umlagen sowie Netzentgelte inklusive zu erwartender Ausbaukosten.

Die Politiker verwiesen darauf, dass es keineswegs erst seit dem Atomausstieg Strompreiserhöhungen gebe. Zwischen 2002 und 2010 etwa seien die Endkundenpreise in Baden-Württemberg trotz des liberalisierten Strommarktes um mehr als 45 Prozent gestiegen und damit deutlich schneller als für die kommenden Jahre bis 2020 prognostiziert. Eine der Hauptursachen für den Anstieg in der Vergangenheit sei neben dem Inflationsausgleich insbesondere der rasante Preisanstieg für fossile Brennstoffe wie Öl und Kohle gewesen, erläuterte Umweltminister Untersteller: „Das zeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns mit dem Umstieg auf nachhaltige, erneuerbare Energiequellen wie Wind und Sonne, langfristig von diesen begrenzt zur Verfügung stehenden, klimaschädlichen Rohstoffen unabhängig machen.“

Diese Unabhängigkeit komme auch der baden-württembergischen Industrie zugute. Insbesondere die energieintensiven Betriebe würden stark vom Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren. Denn deren Strombezugskosten zum Großhandelspreis würden durch die Einspeisung aus Wind und Sonne in den nächsten Jahren weiter sinken.

Die Leipziger Wissenschaftler sagten in ihrem Trend-Szenario einen Anstieg der Stromkosten für energieintensive Betriebe um „nur“ acht Prozent vorher, betonten Kretschmann und Untersteller: „Im günstigsten Szenario des IE Leipzig wird der Strom für energieintensive Unternehmen sogar um drei Prozent günstiger als er heute ist. Die Industrie, die besonders auf Strom angewiesen ist, bekommt ihn durch die Befreiung von der EEG-Umlage und den Netznutzungsentgelten also auch künftig besonders günstig.“

Zwar treffe es zu, dass es durch den Ausbau der erneuerbaren Energien kurz- und mittelfristig zu Strompreissteigerungen kommen werde, fassten Kretschmann und Untersteller zusammen, aber „wir erwarten aber keine Preisexplosion." Langfristig wird der steigende Anteil an regenerativen Energien die Stromkosten sogar dämpfen, weil bei regenerativen Kosten nur die Anlagen kosten, nicht aber der Energieträger.

Das Gutachten enthält auch eine Analyse der Gaspreis-Steigerungen sowie eine differenzierte Analyse der zu erwartenden Strompreiserhöhungen für Haushalt, Gewerbe, die mittelständische Industrie und energieintensive Betriebe in Baden-Württemberg. Das Gutachten des IE Leipzig „Entwicklung der Preise für Strom und Erdgas in Baden-Württemberg bis 2020“ ist im Internet abrufbar unter www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/94962


© Bild: Pixelio/Manfred Schimmel



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