Es könne erst gebaut werden, wenn das Unternehmen sicher sei, die gesetzten Kostenziele zu erreichen. «Es wird wohl bis Ende des Jahres dauern, bis wir entschieden haben, welche Technologie zum Einsatz kommt.»
Der extreme Kostendruck zwinge Bosch, größere Technologieschritte zu erreichen und deren Serienreife abzusichern, ehe die Investitionsfreigabe erfolge könne, sagte der Manager der Zeitung. «Wenn man zu früh investiert, läuft man Gefahr, sich womöglich auf einen weniger vorteilhaften Technologiepfad festzulegen.» An Malaysia als Standort halte Bosch aber fest. Im Juni 2011 hatte das Unternehmen verkündet, für mehr als 520 Millionen Euro dort einen Standort aufzubauen. Die Produktion sollte eigentlich Ende 2013 starten.
Grundsätzlich halte das Unternehmen am Engagement in der Solarbranche fest, betonte Dais. Der weltgrößte Autozulieferer war 2008 ins Photovoltaik-Geschäft eingestiegen. In den vergangenen drei Jahren hat das Unternehmen den Ausbau der Sparte massiv vorangetrieben und rund zwei Milliarden Euro investiert. Bosch bietet die gesamte Palette von Modulen für den privaten «Häuslebauer» bis hin zu ganzen Solar-Kraftwerken an. Zuletzt arbeiteten in der Sparte rund 3500 Menschen.
Allein im vergangenen Jahr gab es wegen der Preiseinbrüche Abschreibungen von rund 500 Millionen Euro. Zwar ist Boschs Absatz von Zellen und Modulen gestiegen. «Aber auch wir konnten den schnellen und drastischen Preisverfall mit Kostensenkungen nicht kompensieren», erläuterte Bosch-Chef Franz Fehrenbach Ende Januar. Dais sagte der FAZ, im vergangenen Jahr sei das ursprüngliche Ziel, in der Solarsparte eine Milliarde Euro Umsatz zu erzielen, nicht erreicht worden. Die Erlöse von Bosch Solar seien von 880 auf 800 Millionen Euro gesunken. Insgesamt hat der Konzern 2011 einen Rekordumsatz von 51,4 Milliarden Euro eingefahren.
Bosch kämpft - wie andere Unternehmen auch - mit Überkapazitäten, fallenden Preisen für Module und Billiganbietern aus China. Die deutschen Hersteller Solar Millennium und Solon haben zuletzt Insolvenz angemeldet. Dais sagte der FAZ, nach einer Konsolidierungsphase werde es in fünf Jahren noch 20 große Anbieter geben. «Wo wir in der Rangliste stehen werden, kann ich nicht voraussagen, aber auf alle Fälle wollen wir zu denen gehören, die Gewinne erzielen.»









