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Quelle: ergonoMedia/photocase.com und sepphuberbauer/photocase.com

02.09.2011

NABU begrüßt Lärmschutz beim Bau von Offshore-Anlagen

Wenn riesige Hämmer die Fundamente für Windkraftanlagen in den Seeboden rammen, ist das mit einer Lärmbelastung für die Meeresbewohner verbunden, deren Schädlichkeit bis heute nur begrenzt einschätzbar ist. Ein rund um die Rammen gelegter "Blasenvorhang" soll nun beim Bau von Borkum West II den Lärm eindämmen. Für die Umweltschutzorganisation NABU ist dies ein Schritt in die richtige Richtung. Langfristig müssten allerdings geräuschärmere Bauverfahren zum Einsatz kommen, so der NABU.


Berlin - Mit der von der Bundesregierung eingeleiteten Energiewende häufen sich die Stimmen für einen schnelleren Ausbau der Offshore-Windkraft. Der NABU mahnt dabei, den Ausbau nicht auf Kosten der Meeresumwelt voranzutreiben. Größte Sorgen bereitet den Umweltschützern die aktuelle Baupraxis der Impulsrammung: Dabei treiben riesige Hämmer die Fundamente mit Tausenden Schlägen in den Meeresboden.

Blasenschleier als Schallschutz Grafik: Trianel"Der damit verbundene Lärm kann insbesondere das empfindliche Gehör von Meeressäugern und damit auch ihren Orientierungsinn schädigen, das gilt beispielsweise auch für den in Nord- und Ostsee heimischen Schweinswal", warnt Tschimpke. Der Schweinswal ist nach deutschem und europäischem Artenschutzrecht streng geschützt.

Der NABU begrüßt den erstmaligen Einsatz einer Technologie zum Schutz der Meeresumwelt beim heutigen Baubeginn des Offshore-Windparks Borkum West II. Der Windpark soll spätestens 2013 über 400.000 Haushalte mit klimafreundlichem Strom versorgen. "Technischer Schallschutz und die schnellstmögliche Weiterentwicklung von schonenden, schallarmen Gründungsverfahren für Offshore-Windräder haben höchste Priorität. Nur dann wird grüner Strom vom Meer seinem eigenen Anspruch gerecht", erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Der festgelegte Lärmgrenzwert von 160 Dezibel kann nur durch den Einsatz technischer Schallschutzmethoden eingehalten werden, betont der NABU. "Jetzt muss der sogenannte Große Blasenschleier beweisen, dass er den Unterwasserschall ausreichend dämpfen kann", erklärt Tschimpke. Beim Blasenschleier wird rund um die Rammstelle auf den Meeresboden ein Schlauch gelegt, in den Druckluft gepumpt wird, die durch kleine Öffnungen entweicht und wie ein Schleier aus Luftblasen an die Oberfläche steigt. So kann der Unterwasserschall deutlich reduziert werden.

"Bei einem erfolgreichen Einsatz des Blasenschleiers gibt es für andere Offshore-Planer keine Ausreden mehr, auch sie müssen dann die neue Technik für besseren Schallschutz anwenden", fordert NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff. Doch auch dann gäbe es keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen. "Denn der Unterwasserlärm ist auch mit Schallschutz eine Gefährdung für die Meereslebewesen. Deshalb darf es generell nur eine Übergangslösung sein, Windradfundamente in den Boden zu hämmern", betont NABU-Energieexperte Elmar Große Ruse. Die Zukunft der Offshore-Windkraft liegt nach Überzeugung des NABU darin, die Pfeiler von Windrädern geräuscharm in den Meeresgrund zu bohren, oder schwimmende Fundamente zu verankern.


Quelle: NABU / zü

 

 

 

© Blasenschleier als Schallschutz Grafik: Trianel



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