Ein vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) geführtes Konsortium wird eine Klimaschutzstrategie für die Stadt Potsdam entwickeln. Jann Jakobs, Oberbürgermeister der Brandenburgischen Landeshauptstadt beauftragte am heutigen Dienstag die Gruppe von Instituten und Unternehmen, Konzepte für die Einsparung von Treibhausgas-Emissionen und die Anpassung an den Klimawandel bis zum Jahr 2050 zu entwerfen. Nach dem ernüchternden Ergebnis der Klimakonferenz in Kopenhagen erscheint das Engagement von Kommunen, Unternehmen und Bürgern im Klimaschutz besonders wichtig.
Das integrierte Klimaschutzkonzept der Landeshauptstadt Potsdam umfasst die Bereiche Energieversorgung, Gebäude und Verkehr sowie Stadtplanung und Öffentlichkeitsarbeit. Für die Zeithorizonte 2020 und 2050 werden konkrete Planungs- und Handlungsgrundlagen vorgeschlagen, um zunächst das bereits von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Reduktionsziel von minus zwanzig Prozent Treibhausgasemissionen gegenüber 2005 erreichen zu können. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten für die weitere Reduzierung der Emissionen und die Anpassung an den nicht mehr vermeidbaren Klimawandel aufgezeigt werden.
"Die Stadt Potsdam befasst sich sehr ernsthaft mit den Themen Klimawandel und Klimaschutz", sagt Projektleiter Fritz Reusswig, der am PIK die Konsum- und Stadtforschung betreut. Dafür seien die Einrichtung des städtischen Klimarates und der Koordinierungsstelle Klimaschutz gute Beispiele. Außerdem gäbe es in Potsdam ein gut funktionierendes Netzwerk engagierter und kompetenter Bürger, etwa im Energieforum Potsdam. "Das sind beste Voraussetzungen auch den straffen Zeitplan einhalten zu können", sagt Reusswig. Das Klimaschutzkonzept soll bereits im Sommer dieses Jahres vorgelegt werden. "Als Soziologe interessiert mich besonders, wie anspruchsvolle Klimapolitik in den lokalen gesellschaftlichen Kontext eingebettet werden kann", sagt Reusswig.
"Wir freuen uns über die Entscheidung der Stadt", sagt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK. Global denken und lokal handeln - diese Maxime habe neues Gewicht bekommen, nachdem die Weltklimakonferenz in Kopenhagen ohne internationales Klimaabkommen geendet ist. "Außerdem unterstreichen wir mit diesem Projekt unsere strategische Entscheidung, die Ebene der Städte stärker in unsere Forschungen einzubeziehen", so Schellnhuber weiter.
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