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European Energy Award in Gold an Wiernsheim verliehen (03.03.2009)

Mit 82 Prozent beste Energy Award Gemeinde Deutschlands und die sechste goldprämierte überhaupt - Pionierleistung


European Energy AwardUmweltministerin Tanja Gönner verleiht heute (2. März 2009) den ersten European Energy Award in Baden-Württemberg an die Gemeinde Wiernsheim (Enzkreis). "Für ein herausragendes und vorbildliches Engagement der Gemeinde und der Bürgerinnen und Bürger für den Klimaschutz erhält Wiernsheim die höchste European Energy Award Auszeichnung", freute sich die Umweltministerin. Mit der Punktzahl 82 Prozent sei das Kriterium für die Gold-Auszeichnung übererfüllt und Wiernsheim die beste European Energy Kommune Deutschlands. Seit über 20 Jahren bemühe sich die Gemeinde um das Thema Energie und habe deshalb auch schon verschiedene herausragende Auszeichnungen bekommen. Zuletzt im Dezember 2007 die erste Zertifizierung auf der Grundlage des "European Energy Award". "Damit ist Wiernsheim Vorbild für andere Städte und Gemeinden. Es ist eine Pionierleistung vollbracht worden, durch ein professionelles Energiemanagement die laufenden Kosten zu senken, verstärkt erneuerbare Energien einzusetzen und so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten", so Gönner. Für den Energy Award würden sich immer mehr Kommunen interessieren.

Zu Beginn bewarben sich 16 Städte und Gemeinden um eine Teilnahme an dem europäischen Verfahren, in dem die Energieeffizienz der Kommunen bewertet wird und lokale Initiativen zur Verringerung des Energieverbrauchs systematisch entwickelt werden. Die Zahl der teilnehmenden Kommunen hat sich zwischenzeitlich auf 131 bundesweit erhöht. Von diesen ist Wiernsheim nun die sechste Gemeinde, die sich mit der Gold-Auszeichnung schmücken darf. "Die Herausforderung Klimawandel ist in immer mehr Kommunen des Landes angekommen. Das Engagement verdient Anerkennung", so Umweltministerin Tanja Gönner. "Die Kommunen nehmen beim Klimaschutz eine Schlüsselrolle ein. Über den unmittelbaren Klimabeitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen hinaus übernehmen sie eine wichtige Vorbildfunktion. Wenn in einer Stadt oder Gemeinde systematisch erneuerbare Energien genutzt und Energie effizient eingesetzt werden, strahlt das in die Bevölkerung aus."

Die Möglichkeiten zur Einsparung von Energie in den Städten und Gemeinden seien bei Weitem noch nicht ausgeschöpft, so die Umweltministerin. "Es gibt sehr positive Entwicklungen." Vor allem bei den zahlreichen älteren kommunalen Liegenschaften werde jedoch weiterhin vielfach noch Energie vergeudet." So könnten nach Schätzung von Energieexperten allein im Bereich der kommunalen Liegenschaften jährlich rund 100 Millionen Euro Energiekosten eingespart werden. Der European Energy Award ® biete eine geeignete Plattform, Informationen und Erfahrungen auszutauschen und voneinander im Wettbewerb um zukunftsweisende Energie- und Klimaschutzkonzepte zu lernen, betonte Tanja Gönner. Bei dem Zertifizierungsverfahren werden die Bereiche Kommunale Liegenschaften, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, Entwicklungsplanung, interne Organisation und Kommunikation einer Bewertung unterzogen.

Die Einführung des European Energy Award ® wurde vom Umweltministerium mit insgesamt rund 200.000 Euro gefördert. Teilnehmende Städte und Gemeinden werden vom Land mit 8.000 Euro unterstützt. Mit dieser Anschubförderung solle der European Energy Award ® in Baden-Württemberg in die Fläche gebracht und so die Energieeffizienz in Landkreisen, Städten und Gemeinden gesteigert werden. "Beim Klimaschutz brauchen wir aktive Mitstreiter. Städte und Gemeinden zählen dabei zu den ersten Adressen."

Wiernsheim werde diese positive Entwicklung mit seinem beispielhaften und konkreten Vorgehen verstärken. "Gebäude wie der Plusenergie-Kindergarten in Wiernsheim-Serres oder das geplante Bildungszentrum, das mit hohen energetischen Standards ausgestattet wird, sind Beispiele wie Wiernsheim aktiv den Klimaschutz betreibt", so Gönner. Mitte der 90er Jahre habe Wiernsheim als einzige Landgemeinde am Forschungsprojekt "Schadstoffminimierung im Städtebau" des experimentellen Wohnungs- und Städtebauprogramms (ExWoSt) des Bundesbauministeriums teilgenommen. "Entscheidend für den Wiernsheimer Erfolg ist die konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem im Jahr 2005 gegründeten Arbeitskreis ExWoST II, der aus Gemeinderäten, Handwerkern und interessierten Bürgern besteht, dem Bürgermeister und seinem Gemeinderäten", lobte Ministerin Tanja Gönner.


Information zu weiteren Projekten und Aktivitäten in der Gemeinde:

• Teilnahme an einer durch die EU geförderten Untersuchung zum Aufbau einer Nahwärmeversorgung für den Gebäudebestand in 1998 bis 2000 im Ortsteil Iptingen
• Kontrolle der Maßnahmen durch die Erstellung und Fortschreibung nicht nur des kommunalen Energieberichts für die gemeindeeigenen Liegenschaften sondern auch einer Energie- und CO2-Bilanz für die Gesamtgemeinde
• Erstellung eines Energieleitbildes für die Gemeinde
• Energetische Sanierungen von Gebäuden im Ortskern, inzwischen sind über 130 energetisch sanierte Privatgebäude
• Auf- und Ausbau einer Erdgasversorgung, derzeit circa 180 Gasanschlüsse, 46 geplant, in 2010 sollen alle vier Ortsteile von Wiernsheim angeschlossen sein und diese gekoppelt mit dem Einsatz moderner Brennwerttechnik
• Errichtung einer Biogasanlage (Erzeugung von 170 MWh Strom und 60 MWh Wärmeenergie pro Jahr mittels Blockheizkraftwerk)
• Ausweisung eines Erdwärmeparks - über fünf Prozent aller Gebäude in Wiernsheim werden mit Wärmepumpenanlagen beheizt
• Umfangreiche Nutzung der Erdwärme (Ende 2005 bestanden 35 Anlagen, heute existieren über 100 Erdwärmebohrungen in der Gemeinde)
• Solarenergienutzung (Bau von Photovoltaikanlagen, mit denen aktuell etwa 250 Vier-Personenhaushalte mit Strom versorgt werden könnten, Bau von Solarthermieanlagen zur Versorgung von über 100 Haushalten (2006))
• Dezentrale Regenwassernutzung
• Strom- und Wärmeerzeugung in der kommunalen Kläranlage durch ein Klärgas-Blockheizkraftwerk
• Straßenbeleuchtung (durch Einsatz moderner und effizienter Leuchtmittel erfolgte eine Reduzierung des Strombedarfs zur Straßenbeleuchtung um über 15 %)
• Energieversorgung kommunaler Gebäude (durch energetische Sanierungen und den Einsatz moderner Brennwertheiztechnik wird der Energieverbrauch gesenkt)
• Errichtung von Neubauten im Passivhausstandard zusätzlich mit Solaranlagen auf den Dächern (Passivhaus Plus)
• Vielfältige finanzielle Förderung, Unterstützung und Beratung der Bürger durch die Gemeinde


Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg


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