Paris - Der französischen Windenergie droht nach Ansicht von Umweltschützern eine Flaute. Ein geplantes Umweltgesetz könne dazu führen, dass 70 Prozent aller laufenden Projekte für Windparks verhindert würden, warnte ein Abgeordneter der Grünen nach einem Bericht der Zeitung «Le Figaro» (Donnerstag). Das Gesetz «Grenelle II» geht auf eine nationale Umweltdebatte zurück, die Präsident Nicolas Sarkozy nach seinem Amtsantritt 2007 lanciert hatte. Es soll in der kommenden Woche im Parlament besprochen werden. Nach Ansicht von Kritikern sind die ursprünglich ehrgeizigen Umweltziele mittlerweile stark verwässert worden.
Der Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass Windparks künftig ähnlich strenge Auflagen bekommen wie etwa Chemiefabriken. Sie müssen außerdem eine Mindestgröße von 15 Windrädern haben. Dies soll die Verschandelung der Landschaft durch viele einzelne Windräder verhindern. Ein subventionierter Sondertarif für Strom aus Windkraft ist nicht vorgesehen.
«Die geplanten Vorschriften für die Windkraft sind extrem restriktiv», urteilt der Umweltverband FNE. Ein gutes Dutzend Organisationen hat für den 4. Mai zu einer Protestaktion vor der Nationalversammlung aufgerufen.
Frankreich will bis 2020 den Anteil an Ökostrom auf 23 Prozent erhöhen. Dazu sollte die Zahl der Windräder von 3500 im vergangenen Jahr auf 8000 erhöht werden. Bislang hat Frankreich keine einzige Anlage vor der Küste. GDF Suez plant derzeit eine Anlage im Ärmelkanal, die 1,8 Milliarden Euro kosten soll.
Sarkozys Umweltpolitik ist heftig in die Kritik geraten, seitdem er die bereits beschlossene Klimasteuer wieder zu den Akten gelegt hat. Er begründete dies damit, dass Frankreich einen solchen Schritt nur machen könne, wenn dies auf EU-Ebene geschehe.
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