Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat die Forschungsförderung um den Schwerpunkt "Stromspeicher" erweitert. Eines der ersten Projekte, das gefördert wird, ist Entwicklung und Bau eines "adiabaten Druckluftspeichers". Die Errichtung der ersten großtechnischen Demonstrationsanlage soll 2013 beginnen.
Druckluftspeicher gleichen Schwankungen von Stromangebot und Nachfrage im Netz aus, indem sie mit überschüssigem Strom Luft in unterirdische Kavernen verpressen. Die so gespeicherte Energie kann bei Strombedarf wieder verstromt werden. Einen deutlich höheren Wirkungsgrad erzielt eine solche Anlage, wenn die bei der Kompression freiwerdende Wärme ebenfalls gespeichert und bei der Rückverstromung genutzt wird. Ein solcher „adiabater“ Druckluftspeicher soll von einem Firmenkonsortium bestehend aus RWE, General Electric, Züblin, Ooms-Ittner-Hof GmbH, Erdgasspeicher Kalle GmbH und DLR entwickelt werden.
Die Windenergienutzung wächst in Deutschland mit großer Dynamik. Dies macht Anpassungen von Stromnetzen, Kraftwerkspark und Energiemanagement erforderlich, da Windenergieanlagen nicht bedarfsorientiert, sondern witterungsabhängig produzieren. Mit großen Energiespeichern könnte die Energielieferung der Windparks ähnlich planbar und regelbar werden, wie bei konventionellen Kraftwerken. Die in Norddeutschland weit verbreiteten Salzstöcke bieten ideale Voraussetzungen für den Bau von großen Kavernen als Herzstück von Druckluftspeicher-Kraftwerken.
Weltweit gibt es bisher erst wenige dieser sogenannten CAES-Kraftwerke (Compressed Air Energy Storage). Das erste Kraftwerk dieses Typs ging 1978 im niedersächsischen Ort Huntorf in Betrieb. Es arbeitet bis heute als Minutenreserve mit hoher Verfügbarkeit. Anders als bei der geplanten Pilotanlage wird hier die Kompressionswärme nicht gespeichert. Daraus resultiert ein relativ geringer Gesamtwirkungsgrad. Etwa 1,6 kWh Gas und 0,8 kWh Grundlaststrom werden benötigt, um 1 kWh Spitzenlaststrom zu erzeugen.
BINE-Projektinfo zum Thema
Ob und wie sich Windenergie durch CAES-Kraftwerke besser in die deutsche und europäische Stromversorgung integrieren lässt, wurde in verschiedenen Studien untersucht. Ein BINE-Projektinfo aus dem Jahr 2007 stellt die damaligen Untersuchungen vor.
Quelle: BINE InformationsdienstLesen Sie auch: Kooperationsprojekt: RWE plant den Bau eines 200 MW Druckluftspeichers hier
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