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Brandenburgs Strom ist schon zu 36 % aus Windenergie (29.07.2009)

Die Windwirtschaft in Deutschland ist insgesamt stabil. Dies belegen die neusten Zahlen, welche das Deutsche Windenergie Institut im Auftrag des Bundesverband Windenergie und des VDMA1 ermittelt hat. Fast 25.000 MW Windenergieleistung waren zum 30.06.09 in Deutschland installiert, 16,1% davon in Brandenburg.


Bundesverband WindenergieIm ersten Halbjahr 2009 wurden hier 105 (982) neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von fast 200 MW (1702) installiert; das ist, wie bereits 2008, bundesweit Spitze. Insgesamt produzieren in Brandenburg nun Windenergieanlagen mit einer Leistung von fast 4000 MW (35282) klimafreundlichen Strom.

Insbesondere in der derzeitigen Wirtschaftslage zeigt sich die Windwirtschaft als zuverlässiger Arbeitgeber. 90.000 Menschen sind in Deutschland in der Windbranche beschäftigt. Besonders im Bereich Servicemonteure werden noch Fachkräfte gesucht. In Brandenburg sind die Hersteller Vestas in Lauchhammer und Repower in Trampe mit eigenen Produktionsstätten vertreten. Allein an diesen Standorten arbeiten über 650 Mitarbeiter. Zulieferer, wie die Turmhersteller Reuther in Fürstenwalde und SIAG in Finsterwalde passen ihre Produktion den aktuellen Anforderungen an. Jede neue Windenergieanlage benötigt schließlich auch einen Turm.

Brandenburgs Strom kommt heute bereits zu 36% aus Windenergie. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind es bereits über 40%. Deshalb wird die Netzverträglichkeit der Windenergieanlagen beständig verbessert. Seit Anfang des Jahres müssen Windenergieanlagen in der Lage sein, bei Spannungsproblemen im Stromnetz stabilisierende Leistung bereitzustellen. Die Windwirtschaft investiert kräftig in die Forschung. In der Nähe von Prenzlau wird durch einen Windkraftbetreiber ein Hybridkraftwerk zur Umwandlung von Strom in Wasserstoff errichtet. Hybridkraftwerke sind in der Lage, überschüssigen Regenerativstrom in Wasserstoff umzuwandeln, um ihn zu speichern. In Zeiten mit schwachem Windangebot kann der gespeicherte Wasserstoff dann zur Stromerzeugung genutzt werden. Auch sogenannte Kombikraftwerke, die aus verschiedenen regenerativen Energiequellen bedarfsgerecht Strom produzieren können werden zurzeit getestet. Damit wird Brandenburg schon in wenigen Jahren zu 100% mit CO²-frei produziertem Strom aus Sonne, Wind und Biomasse versorgt werden können.

Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung und des Landes Brandenburg
erreichen zu können, benötigt die Region Berlin-Brandenburg noch einen erheblichen Ausbau der Windenergie. Die Energie- und Klimaschutzstrategie 2020 des Landes Brandenburg3 macht klare Vorgaben: Anstrengungen auf allen Gebieten sind notwendig. Energieeffizienzmaßnahmen sind genauso gefordert, wie der Ausbau der Biomassenutzung, der Photovoltaik und der Windenergie. Das Strategiepapier beziffert den Bedarf an Windenergie für 2020 auf ca. 7.500 MW. Dank innovativer Technik wird aber die Zahl der Windenergieanlagen nur moderat zunehmen. In den nächsten 10 Jahren werden in Brandenburg ca. 2500 neue Anlagen entstehen. Im gleichen Zeitraum werden aber auch 1500 Altanlagen zurückgebaut. Ungefähr 2% der Landesfläche werden für dieses Ziel in den Regionalplänen als Windeignungsgebiete ausgewiesen.

Die Bürger Brandenburgs profitieren zunehmend von der Windkraft. Neben über 2.800 Brandenburgern, die bereits ausschließlich für die Windwirtschaft arbeiten4, kommen auch zunehmend Steuereinnahmen aus dem Betrieb der Windenergieanlagen beim Bürger an: Einerseits hat eine zunehmende Anzahl an Windparks die Gewinnzone erreicht und muss Gewerbesteuer errichten, andererseits wird dieser Effekt noch verstärkt, da die Bundesregierung klargestellt hat, dass mindestens 70% der Gewerbesteuer am Standort der Anlagen zu entrichten sind. Dazu kommen Landwirte und Eigentümer landwirtschaftlicher Flächen, die an den Einnahmen aus der Windenergienutzung durch Pachteinnahmen partizipieren. Einige Brandenburger haben sich auch direkt an den Windparks beteiligt. Die Bürger können der weiteren Entwicklung gelassen entgegensehen: Die neue Generation der Windenergieanlagen ist zwar größer, die Anlagen drehen sich aber langsamer, liefern den Strom kontinuierlicher und können pro Anlage mehr Energie erzeugen, ohne dass auf die Anwohner eine größere Lärmbelastung zukommt.


Quelle: Bundesverband WindEnergie e.V./ Landesverband Berlin-Brandenburg


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