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Windenergie: Erste Anzeichen einer Abschwächung (02.12.2008)

Die Erschütterung der Weltwirtschaft hinterlässt ihre Spuren mittlerweile auch in der europäischen Windenergiebranche. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan. Einige Unternehmen nehmen bereits ihre Prognosen und ihre Produktionsziele für 2009 zurück. Insgesamt weist der Markt erste Anzeichen einer Abschwächung auf.


Frost & Sullivan„Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage wirkt sich allmählich auch auf die Windenergiebranche aus“, stellt Research Analyst Gouri Nambudripad von Frost & Sullivan fest. „Wir rechnen mit einer Schrumpfung der zweistelligen Zuwachsraten der letzten Jahre. Einige Marktteilnehmer korrigieren derzeit ihre aggressiven Produktions- und Entwicklungsziele, was sich bei den Zulieferern fortsetzen dürfte.“

In den letzten drei bis fünf Jahren hatte die Nachfrage nach Komponenten für Windkraftanlagen enorm zugenommen. Um das Angebot an wichtigen Komponenten wie Getrieben und Lagern abzusichern, hatten die Hersteller von Windturbinen verschiedene Strategien entwickelt. Dazu gehörten beispielsweise die vertikale Integration und der Abschluss langfristiger Verträge mit Zulieferern und Unterlieferanten. Viele Zulieferer waren jedoch auf die wachsende Nachfrage nicht vorbereitet -- vor allem kleine Unternehmen, die nicht genug investiert hatten, um ihre Produktionskapazitäten auszubauen. Dies führte zu Lieferengpässen, die neben technischen Problemen mit bestimmten Komponenten durchaus Auswirkungen auf das Branchenwachstum hatten.

Vor Beginn der Wirtschaftskrise war man davon ausgegangen, dass der positive Trend noch mindestens zwei bis drei Jahre anhalten würde. Beim derzeitigen Bedarfsrückgang werden die Turbinenhersteller und ihre Zulieferer ihre Strategien jedoch anpassen müssen.

„Die neuen Realitäten werden unweigerlich zu einem schärferen Wettbewerb zwischen den Anbietern führen und Wachstumschancen für diejenigen eröffnen, die es schaffen, ihre Kosten und Preise am schnellsten zu senken“, meint Gouri Nambudripad. Faktoren, die zu einem solchen Preisrückgang beitragen können, sind fallende Preise für Rohstoffe wie Stahl und Kupfer sowie für Bauleistungen. So erreichten die Stahlpreise in der Zeit von Juni bis September 2008 zunächst ein Rekordhoch, um dann in weniger als drei Monaten auf das Niveau von Dezember 2007 abzustürzen. Nicht nur die Preise sind betroffen, sondern auch die Lieferzeiten, da die Stahlwerke auf Aufträge warten und sich die Lieferzeiten für neue Aufträge dramatisch verkürzt haben.

„Die Branche scheint sich vom Zustand der Unterversorgung hin zu einem ausgewogenen Verhältnis von Angebot und Nachfrage zu bewegen -- wenn nicht sogar hin zu einem Zustand von Überkapazitäten. Deshalb werden die Akteure hart um die neuen Aufträge kämpfen müssen, die es dann noch gibt,“ so Gouri Nambudripad weiter.

Der Rückgang der Kosten für Rohstoffe und Komponenten sowie die anhaltende staatliche Unterstützung für die alternative Energiewirtschaft dürften die Nachfrage nach Windturbinen zwar stützen, doch muss die Branche ihr Potenzial bestmöglich nutzen und die verbleibenden technischen Probleme angehen. Erfüllt sie diese Voraussetzungen, kann die Windenergiebranche durchaus gestärkt aus der Krise hervorgehen, so das Fazit der Studie.

Die Studie Strategic Assessment of the European Wind Energy Market: Value Chain Analysis ist Teil des Growth-Partnership-Services-Programms Energy & Power der Unternehmensberatung Frost & Sullivan, zu dem außerdem folgende Studien gehören: European Wind Service Markets, Western European Wind Power Markets und Strategic Assessment for European Biomass Energy Markets. Sämtliche Studien im Subskriptionsservice basieren auf ausführlichen Interviews mit Marktteilnehmern und bieten detaillierte Informationen über Marktchancen und Branchentrends.


Quelle: Frost & Sullivan


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