Berlin - Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen sieht die Energiepolitik in Deutschland vor einer grundlegenden Erneuerung. Auf dem gestrigen Neujahrsempfang des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) sprach er von der Notwendigkeit einer "Revolution" im Energiesektor, die sich aus den Anforderungen von Klimaschutz und Ressourcenschonung ergebe. In seiner Rede vor mehr als 900 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Medien bekräftigte der Minister das Ziel, die Energieversorgung in Deutschland bis 2050 nahezu vollständig auf Erneuerbare Energien umzustellen.
BEE-Präsident Dietmar Schütz sagte die volle Unterstützung für den Umbau der Energieversorgung zu und forderte die Politik auf, das neue Jahrzehnt gemeinsam mit den Akteuren der Branche zum Jahrzehnt der Erneuerbaren Energien zu machen. "Unsere Branche steht bereit, die benötigten Technologien fortwährend weiterzuentwickeln und in großer Breite zum Einsatz zu bringen. Im Gegenzug müssen die Regierungen in Bund und Ländern jetzt konsequent auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien setzen und verlässliche Rahmenbedingungen dafür schaffen", erklärte Schütz.
In seiner Rede auf dem Neujahrsempfang warnte Schütz vor neuen Hindernissen auf dem Weg ins Regenerativzeitalter. Diese drohen nach Ansicht des BEE durch zu starke Einschnitte bei der Vergütung für Solarstrom und durch Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke. "Beide Vorhaben gefährden die Ausbaupläne für Erneuerbare Energie im Stromsektor", unterstrich der BEE-Präsident.
Mit den von Umweltminister Röttgen geplanten hohen Kürzungen bei der Fotovoltaik hätten deutsche Solarunternehmen kaum noch Investitionsspielraum, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. An den Minister gewandt sagte Schütz: "Wir appellieren daher an Sie, den Entwurf aus Ihrem Hause noch einmal zu überarbeiten und eine zusätzliche Kürzung nur im einstelligen Prozentbereich vorzunehmen."
Den gesetzlich festgelegten Atomausstieg bezeichnete Schütz als Grundlage für bisherige und künftige Investitionsentscheidungen im Energiesektor. Daran müsse die Bundesregierung festhalten, wenn sie den Vorrang für Erneuerbaren nicht unterlaufen wolle. "Der Zuwachs an Erneuerbaren Energien im Stromsektor muss mit der Verringerung fossiler und atomarer Kapazitäten einhergehen. Wenn dieser Vorrang gewährleistet ist, können die Erneuerbaren den Atomstrom bis 2020 vollständig ersetzen und darüber hinaus Kohle und Gas einsparen", versicherte Schütz.
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