Berlin/Stade - Wie die französische GDF Suez gestern bekannt gab, hat sie die Planung für ein 800 Megawatt Kohlekraftwerk in Stade aufgegeben. Unterstützt von dem bundesweiten Bündnis die Klima-Allianz, hatten sich auf beiden Elbseiten Bürgerinitiativen aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein erfolgreich gegen den Bau des Kohlekraftwerkes gewehrt.
"Ein weiteres Kohlekraftwerksprojekt ist Geschichte. Damit konnten allein in den letzten 12 Monaten sieben dieser Klimakiller verhindert werden", sagt Elias Perabo, Energieexperte der Klima-Allianz. "Neue Kohlekraftwerke haben keine Zukunft. Sie sind weder gesellschaftlich durchsetzbar noch dauerhaft wirtschaftlich. Ganz zu schweigen von den desaströsen klimapolitischen Folgen von neuen Kohlekraftwerken."
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat erst vor wenigen Tagen das Ziel bekräftigt, bis 2050 Deutschlands Energieversorgung nahezu komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. "Doch dieses Ziel wird mit dem Bau neuer Kohlekraftwerke verhindert, weil sie dem konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien entgegen stehen", sagt Tina Löffelsend, Mitglied des SprecherInnenrates der Klima-Allianz und Klimareferentin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
"Wir werden unseren erfolgreichen Widerstand gegen neue Kohlekraftwerke fortsetzen, denn noch immer sind in Deutschland 24 Kohlekraftwerke im Bau oder in Planung", so Löffelsend.
Auch an der Unterelbe muss dafür der Protest weitergehen. Denn in direkter Nachbarschaft zum jetzt gescheiterten GDF-Suez-Standort plant der Energieriese E.ON ein 1.100 Megawatt Kohleblock. Und nur ein Stück weiter will das US-Chemieunternehmen Dow ein Kohlekraftwerk zur Eigenversorgung auf seinem Betriebsgelände bauen. Beide Kraftwerke würden zusammen jedes Jahr mehr als elf Millionen Tonnen des Klimakillers CO2 in die Atmosphäre pusten.
Aktuelle Informationen rund um Kohlekraftwerksplanungen in Deutschland und den Protesten auf: www.twitter.com/kohleprotest www.klima-allianz.de
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