Paris - Polen bekommt bei seinen umstrittenen Atomkraft-Plänen Unterstützung von Frankreich. Mit französischer Hilfe soll um das Jahr 2020 herum das erste polnische Kernkraftwerk ans Netz gehen.
2025 sei bereits die Eröffnung einer zweiten Anlage geplant, sagte Polens Regierungschef Donald Tusk am Donnerstag nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in Paris. «Frankreich wird unser großer Partner in diesem Bereich». Sarkozy betonte die Rolle der Kernenergie im Kampf gegen den Klimawandel. Polens Entscheidung für die Kernenergie sei außerordentlich bedeutend.
Gegenwärtig gewinnt Polen mehr als 90 Prozent seines Strombedarfs auf Kohlebasis. Die Einführung des EU-Klimapakets kann eine deutliche Verteuerung der Kohleenergie zur Folge haben. Bereits in den 80er Jahren hatte Polen mit dem Bau eines Atomkraftwerkes in Zarnowiec im Norden des Landes begonnen. Nach einigen Jahren wurden die Arbeiten allerdings wieder eingestellt. Gegen die polnischen Atomkraft-Pläne gab es zuletzt heftigen Widerstand vor allem von deutschen und polnischen Umweltschützern.
Die beiden Politiker vereinbarten bei dem Gipfel zudem eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Agrarpolitik, Kultur und Verteidigung. Ziel ist unter anderem eine strategische Industriepartnerschaft großer Marinewerften in Polen und Frankreich. Bei der Luftverteidigung sollen MBDA von französischer Seite und RADWAR, PIT und BUMAR von polnischer Seite zusammenarbeiten. Sarkozy und Tusk sprachen sich auch für eine Stärkung der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik aus. «Wir können auf transatlantischem Niveau handeln, aber gleichzeitig auf europäischen Niveau», sagte Tusk.
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