Freiburg - Die Betreiber von Kernkraftwerken können bei einer Verlängerung der Laufzeiten jährlich mit zusätzlich acht bis zehn Milliarden Euro Gewinn rechnen. Ein Kraftwerk erwirtschafte jeden Tag einen Zusatzprofit von einer bis 2,2 Millionen Euro, sagte Felix Christian Matthes vom Freiburger Öko-Instituts in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur dpa. Bei einer nur achtjährigen Verlängerung seien das 64 bis 80 Milliarden Euro, sagte der Forscher des renommierten und unabhängigen Instituts mit Sitz in Freiburg.
Ein Abschalten der Kernkraftwerke wirkt sich nach Angaben von Matthes nicht auf den Strompreis auf, da genügend Kapazitäten zur Verfügung stünden. «Momentan haben wir Überkapazitäten von 10 000 bis 20 000 Megawatt», sagte der Forschungs-Koordinator Energie- und Klimapolitik Matthes.
Im Jahr 2007 seien beispielsweise fast die Hälfte der Kernkraftwerke wegen Störfällen oder Wartungsarbeiten außer Betrieb gewesen, auf den Strompreis habe das aber keine Auswirkungen gehabt. «Niemand sagt mehr ernsthaft, dass wir es mit einer Stromlücke zu tun bekommen. Wir haben Reserven und sind flexibel genug, um alles abzudecken, was an Bedarf kommen kann.»
Durch eine Laufzeitverlängerung seien außerdem keine Entlastungseffekte beim Klimaschutz zu erwarten. «An der Gesamtemission von Treibhausgasen ändert sich gar nichts», sagte Matthes, denn das Emissionsziel sei festgesetzt. «Wenn ein paar schadstoffreiche Kraftwerke abgeschaltet werden, können andere Emittenten mehr ausstoßen.»
Gespräch: Doreen Fiedler, dpa
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