In Hessen hat der im Januar wütende Sturm Kyrill 4 Millionen Festmeter Holz vernichtet. 50% der Schäden kommen in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg, Marburg-Biedenkopf und im Vogelsbergkreis vor.
„Die ersten Einschätzungen zur Schadensmenge durch den Orkan Kyrill haben sich bestätigt! In Hessen sind rund vier Millionen Festmeter Holz dem Orkan Kyrill zum Opfer gefallen. Die Verteilung zeigt jedoch hohe regionale Unterschiede. Besonders stark betroffen sind die Landkreise Waldeck-Frankenberg, Marburg-Biedenkopf und der Vogelsbergkreis. Hier liegen landesweit 50 Prozent des Schadensumfanges", sagten der für den Wald in Hessen zuständige Staatssekretär Karl-Winfried Seif und Justiz-Staatssekretär Thomas Schäfer heute im Arbeitskreis der Hinterländer Bürgermeister. Im Forstamt Biedenkopf liegen nach ersten Schätzungen 400.000 Festmeter Sturmholz.
Im Hessischen Hinterland hat der Sturm nicht nur 250.000 Festmeter Sturmholz in den Stadt- und den Gemeindewäldern geworfen sondern auch 100.000 Festmeter in den Privatwäldern hinterlassen. Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, Hilfestellungen und Unterstützung für die Bewältigung der Schäden zu geben, betonten die Staatssekretäre.
„Gerade kurze Zeit nach einem solchen Sturm sind oft zuerst einmal ganz praktische Hilfen erforderlich, etwa um Fragen des Holztransportes und der begrenzten Fuhrkapazitäten zu lösen", so Seif und Schäfer. Hier ist es uns gelungen, die mögliche Tonnage der Transport-LKW´s für Holz heraufzusetzen auf eine Last von 44 Tonnen; außerdem wurde die Möglichkeit geschaffen das Sonntagsfahrverbot für solche Transporte aufzuheben.
Darüber hinaus seien die sogenannten „Nass- und Trockenlager", die beim Sturm Wiebke eingerichtet worden waren, reaktiviert worden. „Dort, wo bei solchen Lagern wasserrechtliche Genehmigungen abgelaufen sind, werden die zuständigen Behörden schnell Genehmigungsverfahren bearbeiten. Trocken- und Nasslager dienen als Zwischenlager für aufgearbeitetes Sturmholz und sind entscheidend, um Möglichkeiten einer Marktentlastung zu schaffen. Sie tragen außerdem erheblich dazu bei, das Risiko einer Massenvermehrung von Borkenkäfern zu vermindern", betonten die Staatssekretäre.
Beide sehen außerdem positive Nachfragen auf dem Markt von Fichtenholz. Fichtenholz sei vom Sturm besonders betroffen. Im vergangenen Jahr habe Hessen eine Fichtenholznachfrage von rund einer Millionen Festmetern nicht decken können. Darüber hinaus bestehe großes Interesse an Fichtenholz in Österreich.
Das Aufarbeitungskonzept des Landesbetriebes Hessen-Forst sieht vor, große Flächenwürfe aus Gründen der Arbeitssicherheit am besten mit moderner Holzerntetechnik, sogenannten Harvestern aufzuarbeiten, wobei besonderer Wert auf gemeinschaftliche, besitzübergreifende Aufarbeitung gelegt wird. Da die Windwurfaufarbeitung mit besonderen Gefahren verbunden ist, hat das Forstamt Biedenkopf alle eingesetzten staatlichen und kommunalen Forstwirte vor der Aufarbeitung noch einmal speziell geschult. Darüber hinaus haben die Vorsitzenden der Forstbetriebsvereinigungen, die Waldvorstände der Gemeinschaftswälder und die größeren Privatwaldbesitzer eine Forstamtskarte mit den eingezeichneten Rettungspunkten Forst zur Sicherstellung der Rettungskette im Wald erhalten.
Die Staatssekretäre hoben hervor, dass sich gerade in einer solchen Krisenzeit die Stärke der hessischen Forstorganisation zeige. Der Landesbetrieb Hessen-Forst und seine Forstämter seien Garant dafür, dass auf regionaler Ebene waldbesitzartenübergreifend die jetzt dringend erforderliche Koordinationen zwischen privaten und kommunalen Waldbesitzern zur Bewältigung der Sturmschäden erfolge. Darüber hinaus sei der Kleinprivatwald im Hessischen Hinterland seit 50 Jahren vorbildlich in 55 Forstbetriebsvereinigungen und 2 Forstbetriebsgemeinschaften organisiert, die eine gemeinschaftliche Aufarbeitung des Windwurfholzes ermöglichen.
Die Staatssekretäre erläuterten, dass für die Wiederbewaldung der entstandenen Kahlflächen in den kommenden Jahren waldbauliche Fortbildungsveranstaltungen für die betroffenen Waldbesitzer geplant werden, um gemeinsame Anbauplanungen zu konzipieren. Dabei werden insbesondere nicht nur die Erkenntnisse der Waldwirtschaft sondern auch der Klimaforschung eine besondere Rolle spielen. „Auf der Grundlage dieser Planungen werden wir prüfen, in welchem Umfang wir die Waldbesitzer bei der Wiederaufforstung ab dem kommenden Jahr unterstützen können", so Seif und Schäfer. Zugleich wies er auf die Möglichkeiten der steuerlichen Anerkennung der kalamitätsbedingten Holznutzung bei den zuständigen Finanzämtern hin.
Abschließend sagten Staatssekretär Seif und Staatssekretär Schäfer, sie sähen eine gute Möglichkeit zinsgünstige Kredite für die Wiederaufforstung anzubieten.
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