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Meteorologe: Großwetterlagen verändern sich immer schneller (22.02.2009)

Bremerhaven - Die für das Wetter in Mitteleuropa bestimmenden Großwetterlagen verändern sich immer schneller. «Im Vergleich zu den vergangenen 120 Jahren ist die Veränderung im jetzigen Jahrzehnt extrem ausgeprägt», sagte der Meteorologe Wolfgang Fricke vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.


«Wir entfernen uns immer schneller von der Situation, wie sie 1881 zu Beginn der Wetterklassifizierung geherrscht hat», sagte Fricke am Rande des Extremwetter-Kongresses in Bremerhaven. Nach einer Analyse der Verteilungshäufigkeit von Wetterlagen kommt er zu dem Schluss: «Ich denke, dies ist das Ergebnis einer vom Menschen verursachten Entwicklung.»

In seinen Analysen entdeckte Fricke für die Wintermonate einen starken Trend zu Großwetterlagen mit wechselhafter Witterung. Zugleich zählte er immer weniger Hochdrucklagen. «Insgesamt bedeutet dies, dass die Winter auch feuchter werden», erläuterte Fricke.

«Im Sommer haben wir dagegen immer mehr Hochdrucklagen», sagte der Meteorologe. Sowohl im Sommer als auch im Winter registrierte er eine Zunahme sogenannter Troglagen, einer besonderen Form von Tiefdruckgebieten, die mit starken Stürmen und Regen einhergehen können.

Die Eigenschaften der einzelnen Wetterlagen veränderten sich ebenfalls - allerdings ohne gemeinsamen Trend. So stieg bei einigen Konstellationen die Durchschnittstemperatur an, bei anderen wiederum sank sie.

In seiner Auswertung der Wetterdaten seit 1881 analysierte Fricke, wie oft 30 bestimmte Großwetterlagen auftraten. Vom Ende des 19. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts registrierte der DWD-Experte eine nahezu kontinuierliche, aber langsam steigende Veränderung in der Häufigkeit von Wetterlagen. «Danach nahm das Tempo rasant zu», sagte Fricke.

Die wahrscheinlichste Ursache für die Veränderung ist nach seiner Ansicht ein vom Menschen verursachter Klimawandel. Allerdings bestehe die Möglichkeit, dass es Teil einer natürlichen Entwicklung sei: «Dies müsste dann allerdings ein 400 Jahre dauernder Zyklus sein, aus dem wir in unseren Wetterdaten nur einen Ausschnitt erkennen können.»


Gespräch: Wolfgang Heumer, dpa


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