Fastenaktion 2009 zu Klima und Umweltproblematik
Aachen - Mit der Forderung, im Frühsommer im Vorfeld der Bundestagswahl kommunale Anhörungen in den Gemeinden zu organisieren sowie der Ankündigung von Wahlprüfsteinen zur deutschen Klima- und Energiepolitik hat MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer das Thema der aktuellen MISEREOR-Fastenaktion 2009 in Stuttgart vorgestellt.
In der baden-württembergischen Landeshauptstadt wird die Fastenaktion unter dem Leitwort "Gottes Schöpfung bewahren, damit alle leben können" am 1. März eröffnet. Die Fastenaktion informiere über die schon jetzt spürbaren Folgen des Klimawandels in den Südkontinenten und rufe dazu auf, den Opfern des Klimawandels bei der Anpassung an die Folgen solidarisch beizustehen. Dies könne seinen Ausdruck in der Fastenkollekte am fünften Fastensonntag finden, so Sayer.
Andererseits gelte es, während der Fastenzeit unseren Lebens- und Produktionsstil zu überprüfen, ob diese wirklich nachhaltig seien, denn davon hänge das Wohl der kommenden Generationen ab. "Wir leben in einem engen Zeitfenster - nur wenn dieses genutzt wird, besteht noch eine Chance, die Klimaerwärmung auf zwei Grad begrenzen zu können mit einigermaßen beherrschbaren Folgen", sagte Sayer.
Die Finanzkrise habe gezeigt, dass bei entschiedenem politischen Willen notwendige Maßnahmen rasch getroffen werden könnten. MISEREOR und die kirchlichen Gemeinden fordern für die kommenden Wahlen die Kandidaten für den Bundestag auf, sich verantwortungsvoll für eine Bekämpfung von Hunger und Armut einzusetzen.
Bischof Gebhard Fürst, in dessen Diözese Rottenburg-Stuttgart die MISEREOR-Fastenaktion stellvertretend für alle Diözesen Deutschlands eröffnet wird, hob die Wichtigkeit der weltkirchlichen Arbeit hervor, die MISEREOR im Auftrag der deutschen Bischofskonferenz übernehme. Zugleich stoße das Thema Klima und umweltbewusstes Energiemanagement in vielen Pfarrgemeinden auf fruchtbaren Boden.
Er freue sich, dass mit der Eröffnung der MISEREOR-Fastenaktion die Pfarrgemeinden seines Bistums wie die Kirche Deutschlands wichtige Impulse für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung erhalte. Schon heute unterzögen sich z.B. die Gemeinden seiner Diözese eines Energie-Checks und seien damit Vorbild für viele andere.
Für die Länder des Südens hob der philippinische Bischof Broderick S. Pabillo die Dringlichkeit der Klimaproblematik hervor, die ein rasches Gegensteuern und ein Ressourcen schonendes Verhaltens aller in Süd und Nord erfordere. Bereits jetzt seien in seiner Heimat die Bauern von den Folgen des Klimawandels erheblich betroffen. Ihre Felder würden durch immer häufigere Wirbelstürme verwüstet und ihre Ernten immer öfter vernichtet.
Nur durch Programme zur nachhaltigen Landwirtschaft, die mit Unterstützung von MISEREOR überall im Lande durchgeführt würden, könnten viele Bauern ihr Überleben sichern. Zugleich prangerte Bischof Padillo das Verhalten der Regierung und der herrschenden Klasse an, die den Raubau an der Natur förderten und deren Misswirtschaft die Armen benachteiligten. Um so wertvoller und wichtiger sei deshalb die Solidarität der Katholiken in Deutschland, die über MISEREOR die Armen in seiner Heimat unterstützten.
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