Unmittelbar vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz am Freitag, an der mit Naidoo erstmals ein führender Vertreter von Greenpeace teilnimmt, rief er zu einem schnellen Umdenken auf. Es sei lange bekannt, dass die Auswirkungen des Klimawandels die größte Gefahr für Frieden und Sicherheit seien, sagte Naidoo in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in München. Dem habe die Politik in den vergangenen Jahren aber noch nicht gebührend Rechnung getragen.
Naidoo verwies darauf, dass es schon heute in vielen Teilen der Welt Konflikte gebe, in denen es vor allem um den Zugang zu Wasser, Nahrungsmitteln oder anderen Ressourcen gehe. Der Darfur-Krieg im Sudan sei auch ein Kampf um Zugang zu Wasser gewesen. «Das ist einer der brutalsten Kriege um Ressourcen, die wir je gesehen haben», sagte er.
Naidoo rief dazu auf, Sicherheit nicht mehr vor allem militärisch zu definieren. Diese Sichtweise funktioniere nicht mehr. Sicherheit müsse heute viel umfassender definiert werden. «Und wenn wir dabei nicht die Grundbedürfnisse aller Menschen im Blick haben, also den Zugang zu Nahrung und Wasser, zu einer Wohnung, Arbeit und Gesundheitsversorgung, dann ist das ein Rezept für mehr Unsicherheit auf der Welt», sagte der Direktor von Greenpeace International.
«Wie viel Geld man auch immer für das Militär ausgibt: Dieses Geld reicht nicht aus, um Sicherheit zu gewährleisten - weder für reiche noch für arme Nationen», mahnte Naidoo. Er beklagte eine wachsende wirtschaftliche Ungleichheit zwischen verschiedenen Teilen der Welt.


München - Greenpeace-Chef Kumi Naidoo hat die internationale Staatengemeinschaft vor einer wachsenden Gefährdung von Frieden und Sicherheit auf der Welt durch die Folgen des Klimawandels gewarnt.






