klimAktiv.de
Co2-Rechner

Seite empfehlen

Studie: Deutsche Stromversorger - In der CO2-Falle? (08.09.2009)

Climate mainstreaming ProjektpartnerHeute (08.09.09) wurde auf der DVFA-Konferenz "Taking ESG into Account" die Studie "Deutsche Stromversorger - In der CO2-Falle? Ein neues Spiel hat begonnen" vorgestellt. Die Studie befasst sich mit Investitionsrisiken der großen deutschen Stromversorger.


Entgegen der Intuition kommt die Studie zu dem Schluss, dass eine ambitionierte Klimapolitik und hohe CO2-Preise den Stromversorgern in vielen Fällen zum Vorteil gereichen können. Die Untersuchung entstand in enger Zusammenarbeit mit der WestLB im Rahmen des Forschungsprojektes "Mainstreaming von Klimarisiken und -chancen im Finanzsektor". "Was wir in der Autoindustrie sehen, gilt auch für den Stromsektor. Eine Strategie, bei der Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen, schafft am ehesten ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell für die Stromkonzerne", kommentiert Christoph Bals von Germanwatch, der das Mainstreaming-Projekt koordiniert.

Deutsche Stromversorger - in der Stromfalle?Angesichts des überalterten deutschen Kraftwerkparks stehen in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen in neue Kraftwerke an. Die in der Studien veröffentlichten Modellrechnungen ergeben jedoch, dass sich Investitionen in fossile Großkraftwerke unter zahlreichen Konstellationen nicht rentieren. Das gilt selbst ohne Berücksichtigung des Emissionshandels oder bei niedrigen CO2-Preisen. Die vier großen Verbundunternehmen der deutschen Stromwirtschaft (EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall) stecken somit in einem Investitionsdilemma.

Besonders neue Steinkohle- und Gaskraftwerke erweisen sich kaum noch als wirtschaftlich. Einzelne Braunkohlekraftwerke sind aus heutiger Sicht am ehesten betriebswirtschaftlich rentabel. Dabei können diese allerdings schnell in Konflikt mit der Klimapolitik geraten, da Braunkohlekraftwerke pro Energieeinheit den höchsten CO2-Ausstoß aller Energieträger haben. Das Reduktionsziel der Bundesregierung für 2050 entspricht, proportional auf die deutsche Stromwirtschaft übertragen, der Emissionsmenge von etwa fünf großen Braunkohlekraftwerken mit je 2000 MW. Wer ein Braunkohlekraftwerk baut, muss deshalb mit dem Risiko rechnen, dass es mit Kohlendioxidabscheidung und -speicherung (CCS) nachgerüstet werden muss.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass neben der Klimapolitik auch die Preisdynamik an den Rohstoffmärkten erhebliche Risiken für Investoren schafft. Durch die gesetzliche Förderung und die geringeren Risiken erweisen sich Erneuerbare Energien als Erfolg versprechende Option. Die vermehrte Investition der großen Stromversorger in Erneuerbare Energien ist daher als wirtschaftlich richtiger Schritt zu werten. "Eine große Chance für die Stromversorger, um aus ihrem Investitionsdilemma herauszukommen, ist das SuperSmart Grid. Das SuperSmart Grid kombiniert zwei Ansätze, die sich ergänzen: zum einen die großskalige, weiträumige Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Quellen, zum anderen intelligente Netze für dezentrale Erneuerbare Energien, Nachfragesteuerung und virtuelle Kraftwerke", so Armin Haas vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Mitautor der Studie.

Projektpartner des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Climate-Mainstreaming-Projektes sind die Umweltorganisation und Konsortialleiter Germanwatch, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, die Universität Potsdam, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sowie das European Climate Forum.

Beide Dokumente sind abrufbar climate-mainstreaming.net (Bild Studie anklicken)


Quelle: Germanwatch


Bundesumweltministerium

30.07.2010

Fliegen im Jahr 2050 - Airbus stellt Konzeptstudie vor

Eiskernbohrung in Grönland – Rückschlüsse auf Klimabedingungen der letzten Warmzeit

China will Erfolg für Klimagipfel in Mexiko

Solarunternehmen Conergy einigt sich mit Banken

29.07.2010

Forscher: Seit 1990 steigt die Temperatur in der Arktis rasant an

05.10.10: Ressourceneffizienz - Motor für ein Grünes Wachstum

Atomindustrie dringt auf «15 Jahre plus X»

DIW Berlin: Grundsätzlich viel Spielraum für Brennelementesteuer

Kohlendioxid-Recycling: Klimakiller oder Kassenknüller?

28.07.2010

Für Stromleitung aus der Wüste: Blaupause mit 800 kV steht in China

Karlsruher Stadtmobil-Kunden können Plug-in Hybrid Prototypen mieten

Unterwasserfahrzeug forscht unter dem Treibeis der Arktis

Baden-Württemberg: 80 Prozent mehr Schiffs-Gütertransport möglich

19.08.10 : Emissionshandel und Klimaschutz in den USA

Röttgen will Windenergie verstärkt fördern

21.10.10: Launch Event für CDP Deutschland Bericht

27.07.2010

Online-Rechner: Photovoltaik-Anlagen planen für Wohngebäude

Bund kappt Ökosteuer-Rabatte für energieintensive Industrie

Brasilianische Ureinwohner besetzen Wasserkraftwerk

Elektroauto Chevrolet Volt kommt zum Premiumpreis

Die Nutzung der Windenergie auf dem Meer kennt nur Gewinner

Viele Fragen offen für Deutschlands grüne Zukunft

Bundesnetzagentur: Über drei Gigawatt mehr Solaranlagen im ersten Halbjahr

Arche Noah Tierpark - Zoos arbeiten für Artenschutz

KfW-Klimaschutzbeauftragter koordiniert Erstellung von Weltklimabericht

Stadtwerke Flensburg verkauft Ökostrom über mobilcom-debitel

26.07.2010

Kleine solarthermische Kraftwerke mit Mehrfachnutzen für heiße Länder

Wuppertal-Institut: CCS als Brückentechnologie für deutsche Kohlekraftwerke unnötig

Ab 26. Juli: Dritte Bayerische Klimawoche startet mit über 700 Aktionen

Musterkommunen-Wettbewerb: 72 Bewerber erhalten CO2-Rechner für ihre Bürger