Bei einer Informationsfahrt für Journalisten und Medienvertreter auf dem Mannheimer Hafen stellte Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner am 26. Juli 2010 eine neue Studie zur Zukunft der Binnenschifffahrt im Land vor.
Nach den aktuellen Prognosen zur Verkehrsentwicklung wird der Güterverkehr im Land in den kommenden 15 Jahren um über 70 Prozent zunehmen. Wir müssen deshalb den Transport auf allen Verkehrsträgern weiter optimieren. Mit jährlich rund 34 Millionen Tonnen auf Rhein, Main und Neckar transportierten Gütern friste die Binnenschifffahrt derzeit noch ein Schattendasein. Bezogen auf das gesamte Gütertransportaufkommen im Land erreicht die Schifffahrt gerade mal einen Anteil von rund sieben Prozent Das kann nicht so bleiben und muss sich schon deshalb ändern, weil die Binnenschifffahrt zu den umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln zählt, so Umwelt- und Verkehrsministerin Gönner.
So schlage der Transport einer Tonne Güter über eine Strecke von 100 Kilometern nach Angaben des Umweltbundesamts beim Schiff mit dem Ausstoß von 3,1 Kilogramm klimaschädlichem Kohlendioxid zu Buche, beim Transport mit der Bahn würden 3,5 Kilogramm des Klimagases frei gesetzt, der Brummi-Transport schneide mit 10,4 Kilogramm am schlechtesten ab. Was den Energieverbrauch und den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase angeht hat das Schiff eindeutig die Nase vorn. Unabhängig von der wachsenden Logistik- und Gütertransportwirtschaft im Land müsse deshalb schon aus Umweltschutzgründen dem Güterschifffahrtsverkehr stärkeres Augenmerk geschenkt werden, so Ministerin Gönner.
Wir haben deshalb eine Studie in Auftrag gegeben, die die Potenziale der Binnenschifffahrt im Land analysieren sollte. Die Untersuchung sollte außerdem Wege aufzeigen, wie diese Potenziale erschlossen werden können, erläuterte Gönner. Herausgekommen sei auch für Insider etwas überraschend, dass in den kommenden 15 Jahren der Güterumschlag in den Häfen des Landes um über 80 Prozent gesteigert werden könnte. Es konnte davon ausgegangen werden, dass noch Luft nach oben besteht. Das ist jedoch fast eine Verdoppelung von dem, was heute auf den Wasserstraßen im Land transportiert wird. Dass solch große Zuwachsraten ermöglicht werden könnten, sei nicht erwartet worden, so Gönner.
Auf dem Weg zur weiteren Stärkung der Binnenschifffahrt gebe es allerdings noch zahlreiche Hürden zu überwinden, so Gönner. Man wird an vielen Stellschrauben drehen müssen, um die zehn größeren Binnenhäfen im Land weiter zu Verkehrsdrehscheiben auszubauen. Der Hafen Mannheim könne dabei ein Vorbild für andere Häfen im Land sein. Der Dreh- und Angelpunkt sind Häfen, bei denen die unterschiedlichen Verkehrsträger naht- und reibungslos ineinander greifen und die Logistik aufeinander abgestimmt ist. Da ist der Mannheimer Hafen trotz weiterhin vorhandener Optimierungsmöglichkeiten insgesamt bereits gut aufgestellt. Zusammengefasst würden sich sechs Empfehlungen aus den Ergebnissen ableiten, die die Gutachter in ihrer Untersuchung für die einzelnen Häfen herausgearbeitet haben.
Darunter sei beispielsweise in Konkurrenz zum 'Wohnen am Wasser' ausreichend Flächen zur Verfügung zu stellen, um den Anforderungen an eine moderne Logistik eines Hafens gerecht zu werden. Entstehende Nutzungskonflikten mit Anliegern müssen dabei möglichst schon im Vorfeld berücksichtigt und ausgeräumt werden. In den Regionen müsse außerdem enger und auch grenzüberschreitend kooperiert werden und sich nicht gegenseitig die Kunden streitig zu machen. Es geht darum die Kräfte zu bündeln und auf die Unternehmen zugeschnittene attraktive Angebote zu entwickeln, um mit Straße, Schiene und den Häfen in anderen Teilen Deutschlands mithalten zu können, ist Gönner überzeugt. Auch die Außendarstellung und –vertretung der Häfen könne durchaus noch verbessert werden, um die Bedeutung der Binnenschifffahrt öffentlich bewusst zu machen.
Neben einer Stärkung der Häfen müsse der Ausbau der Wasserstraßen im Land weiter konsequent vorangetrieben werden. Dies betreffe insbesondere den Neckar, auf dem bislang nur Binnenschiffe mit einer maximalen Länge von 105 m fahren könnten. Die 27 Schleusen sind das Nadelöhr. Mit dem vom Bund angestoßenen Schleusenausbau könnten ab 2025 Binnenschiffe mit einer Länge von 135 m Güter zwischen Plochingen, Stuttgart und Heilbronn sowie Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam transportieren. Das sind für ein wirtschaftsstarkes Land wie Baden-Württemberg wichtige Verbindungsachsen, so Gönner.
Für eine erfolgreiche Entwicklung müsse außerdem auch die Wirtschaft gewonnen werden, so Gönner. Bei Transport und Logistik fällt der Blick als Erstes auf die Straße. Häufig an zweiter Stelle rangiere der Schienenverkehr. Noch zu selten wird der Güterschiffsverkehr als eine Transportalternative einbezogen, so Gönner. Dabei sei der Gütertransport auf dem Schiff vielfach die zuverlässigere und preisgünstigere Variante. Bislang sind das Bewusstsein und die Akzeptanz der Bedeutung von Binnenhäfen und –schifffahrt für die Logistikwirtschaft und den Güterverkehr sowie den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg zu gering ausgeprägt, erklärte Ministerin Gönner.
Das vom Ministerium in Auftrag gegebene Gutachten Grundlagen zu einem Binnenschifffahrts- und Hafenkonzept Baden-Württemberg ist Teil der Fortschreibung des Generalverkehrsplanes, über die am morgigen Dienstag im Landeskabinett beraten wird.
Audi startet Elektroautoflotte in München
KfW: Förderprogramme leisten elementaren Beitrag beim Ausbau Erneuerbarer Energien
Frankreich investiert 15 Mrd. Euro in Offshore-Windanlagen
Studie: Deutsche fahren wieder auf starke Autos ab
21.10.10: Energieeffizienz in Gebäuden in Bulgarien und Rumänien
08.09.2010Verärgert: Österreich will Sondertreffen mit Deutschland zu Atom
Deutsch-chinesische Kooperation will Satellit zur Treibhausgas-Überwachung entwickeln
LobbyControl fordert Offenlegung von Atom-Vertrag
CO2-Abscheidung – eine ‚Energiebrücke’ ins Nichts?
Windbranche fürchtet nach Atom-Deal Flaute
Klimaschutz: Schifffahrt will weltweit weg vom Schweröl
07.09.2010Hauseigentümer kritisieren «Sanierungs-Zwang»
Telekom gibt Startschuss für Aufbau intelligenter Stromnetze
Der Atomdeal spaltet die Republik
BDEW zum Energiekonzept: Vor allem der Wettbewerb und KWK kommen zu kurz
Schweiz will Schutz der Biodiversität verstärken
Kommission startet Umfrage über EU-Politik zur biologischen Vielfalt
Biologisch vielfältige Wälder lohnen sich auch im Klimaschutz - Kritik an REDD
Deutschland und Japan arbeiten bei Elektromobilität zusammen
Nach Atomkompromiss: Kommunale Versorger wollen Ausgleich
06.09.2010Europa ist bei der Atomenergie gespalten
Klimawandel gefährdet ausreichende Pflanzenbestäubung
Wissenschaft will alte Satellitendaten für künftige Klimaforschung nutzen
WWF legt Analyse durch Ökoinstitut vor: Energiewende ausgebremst
Brüderle und Röttgen legen Energiekonzept vor
05.09.2010CO2-Abscheidung: Vielversprechende Test-Ergebnisse
Energiedebatte lässt Wüstenstrom-Projekt außen vor
Schwarz-Gelb spielt bei Atom auf Risiko
04.09.2010Ontario/Kanada: Kohleausstieg für 2014 beschlossen
03.09.2010Regierung bei Atomfrage auf der Zielgeraden
Regierung kommt bei Energiekonzept in Sachen Energieeffizienz voran
Ermittler sichern Millionen bei Umsatzsteuerbetrügern
UN: Berlin muss über eine Milliarde für Klimaschutz zahlen
Schweizer Erfolgsbilanz: 46 Fernwärmenetze mit erneuerbarer Energie gehen in Betrieb
Siemens ermittelt Deutschlands grünste Stadt
Zeitung: Wulff sieht Grenze für AKW-Laufzeiten bei neun Jahren
02.09.2010«Süddeutsche»: Umweltministerium rügt Atomgutachten
UN erwarten erste Geldmittel für Klimaschutz
Klimawandel begünstigt Hurrikan-Entstehung
Koalition will Atomfrage am Sonntag abräumen
Klimawandel: Durchschnittstemperaturen steigen, mehr heiße Tage
Es fehlt ein faires und grünes Handy : Germanwatch fordert mehr Nachhaltigkeit
Ökodesign-Richtlinie: 'Top Runner'-Prinzip ist Leitbild
Autoexperten: Industrie könnte viel klimafreundlichere Pkw bauen