Hamburg - Es geht um die Rettung der Erde: Beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen diskutieren Regierungsvertreter aus 192 Staaten von Montag an über Möglichkeiten zur Eindämmung des Treibhauseffektes. Ein weltweit verbindlicher Kompromiss mit drastischen Klimazielen und harschen Konsequenzen bei Verstößen scheint unwahrscheinlich - doch gibt es Hoffnung. Zumindest schöpft diese der ARD-Moderator Jörg Pilawa (44), nachdem er seine erste Umwelt-Dokumentation gedreht hat.
In der Doku «Pilawas Welt von morgen - Wie wir das Klima retten können» zeigt die ARD am Montag (21.00 Uhr) zum Auftakt des Gipfels, wo und wie Umwelt- und Klimaschutz heute schon umgesetzt werden. «Was da alles passiert, ist wirklich unglaublich», sagte Pilawa dazu der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hamburg.
Er wolle weder als Klima-Experte auftreten noch den moralischen Zeigefinger erheben. Er sei einfach ein Normalbürger, den das Thema Klimaveränderung interessiere, sagte Pilawa: «Ich stelle den Experten die Fragen, die auch der Zuschauer stellen würde. Ich kann das Thema auf eine Einfachheit bringen, die jeder Zuschauer versteht.»
Beim Dreh sei es vor allem darum gegangen, Lösungen aus der Klimakrise zu präsentieren und Hoffnung zu machen. «Es ist fünf vor zwölf, nicht fünf nach zwölf. Das zu zeigen, ist klasse. (...) Denn jeder kann etwas tun.» Als Beispiel nennt er den Verkehr. «Das Bild im Straßenverkehr wird sich stark ändern. Wir haben uns beispielsweise Elektro-Autos angeschaut und Elektro-Tankstellen.» Die entscheidende Frage sei: «Wie können Autos klimafreundlicher werden?»
Darüber wurde auch in seiner Familie diskutiert - mit klimafreundlichem Ausgang: «Wir werden uns demnächst ein Hybridauto kaufen.» Auch sonst sei Umweltschutz ein Thema bei den Pilawas: «Wir haben Sonnenkollektoren auf dem Dach unseres Hauses. Und ich sage meiner großen Tochter häufig: Nein, wir fahren nicht mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad oder Bus - auch wenn das manchmal nicht so gut ankommt...»
Für die 75-minütige Dokumentation ist der renommierte Umwelt-Filmer Dethlev Cordts mit Pilawa und seinem Team um die Welt gereist. In Brasilien besuchte Pilawa ein Projekt, das den Regenwald als nachhaltige Ressource für die Bevölkerung nutzt, ohne ihn zu zerstören. In China registrierten die Doku-Macher große Anstrengungen für den Klimaschutz, beispielsweise bei der Wärmedämmung von Gebäuden und dem Ausbau alternativer Energien. In der afrikanischen Sahelzone wird gezielt aufgeforstet, um einerseits das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) zu binden und um andererseits den Menschen eine lebenswertere Umwelt zu geben.
Und ganz in der Nähe, in dem Ort Dardesheim im Ost-Harz, beweisen Politiker, Bewohner und Unternehmen, dass Klimaschutz ohne großen Verzicht auf Komfort möglich ist - die Stadt setzt seit Jahren komplett auf regenerative Energie. «Die produzieren das 40-fache des Stroms, den sie brauchen. Die geben ein Beispiel für andere, größere Städte», sagte Pilawa.
Für den 44-Jährigen, der vor allem das Vorabend-«Quiz» sowie große Unterhaltungsshows in der ARD moderiert, war es der erste Versuch im Umwelt-Doku-Genre. «Wenn es gut läuft, dann kann ich mir mehr vorstellen. Es ist derzeit aber nichts geplant», sagt er zu möglichen Zukunftsplänen - auch mit Blick auf seinen Wechsel zum ZDF, der im Oktober 2010 ansteht. «Es war für mich auch die Chance, mal etwas Neues zu machen.»
Filmemacher Cordts sieht es positiv, Umweltthemen über Prominente zu transportieren: «Die Leute mögen das. Wir erreichen damit auch Menschen, die sonst solche Dokumentationen nicht anschauen.»
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