Heidelberg - Angesichts des nahenden Weltklimagipfels in Kopenhagen fordert der Hamburger Klimaforscher Hans von Storch mehr Transparenz in der Klimaforschung. Gleichzeitig warnt er vor einer zunehmenden Dramatisierung und Ideologisierung in der Berichterstattung über die Folgen des Klimawandels.
Dies schade der Klimaforschung am Ende mehr, als sie politisch nütze, sagte der renommierte Wissenschaftler in einem Interview mit spektrumdirekt, der Online-Zeitung von Spektrum der Wissenschaft.
Allerdings seien auch die Medien in der Pflicht, so von Storch: Sie konzentrierten sich zu oft auf Extrempositionen von "Klimaskeptikern" und "Alarmisten", während gemäßigte Positionen zu selten zu Wort kämen. Mehr Offenheit würde die Glaubwürdigkeit der Forschung dagegen stützen - zumal die Klimaforschung dies nicht fürchten müsste, meint von Storch.
Mit Blick auf die kürzlich veröffentlichten E-Mails und Datensätze aus der Climatic Research Unit (CRU) der University of East Anglia sagte er: "Ich bin überzeugt davon, dass die Skeptiker ein paar kleine Fehler finden würden, wenn das CRU die gesamten Daten herausgäbe. Aber das Gesamtbild, dass es einen Klimawandel gibt, würde sich nicht ändern."
Aus der Affäre müssten jedoch personelle Konsequenzen gezogen werden, meint von Storch: "Es ist ein Schaden entstanden an der Glaubwürdigkeit der sozialen Einrichtung Wissenschaft[...]. In der Politik hieße dies 'Verantwortung übernehmen'. Und das ist nun auch hier gefordert: Entsprechende Forscher sollten aus diesen Gremien zurücktreten und nicht mehr über andere Arbeiten urteilen."
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