Frankfurt/Main - Wolkenforscher rechnen mit drastischen Folgen des Klimawandels. «Auch in Deutschland wird es verstärkt Probleme mit Niederschlag geben», sagte Prof. Ulrike Lohmann vom Züricher Institut für Atmosphäre und Klima am Freitag in Frankfurt am Main.
Die Schneeschmelze etwa setze früher ein, es komme verstärkt zu Überflutungen. «Je wärmer es wird, desto mehr Niederschlag wird fallen», erläuterte Lohmann. Wann die Forschung die regionalen Auswirkungen des Klimawandels überblicken kann, ist demnach offen. Möglicherweise in etwa zehn Jahren könne sei es soweit sein, hieß es zum Ende einer Tagung von 45 Wissenschaftlern an der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
Das Wissen um die Entstehung, die Wirkung und die Änderungen von Wolken sowie ihre Rolle im Klimawandel ist lückenhaft. Als Beispiel nannte der amerikanische Forscher Robert Charlson von der Universität von Washington das Kaskadengebirge in Nordamerika. Dort habe es lange eine Dürre gegeben, nun seien dort ganze 15 Meter Schnee gefallen. «Das war völlig unerwartet», sagte Charlson. Die Gründe seien unbekannt - möglicherweise könne auch Umweltverschmutzung in Japan eine Rolle spielen.
Einig waren sich die Wissenschaftler beim Ernst Strüngmann Forum, dass es fragwürdig ist und wenig Sinn hat, wenn Menschen versuchen, Wolken zu manipulieren. In der Schweiz habe es Experimente gegeben, Wolken zu «impfen», so dass sich die Hagelkörner verkleinern. «Es geht nicht», berichtete Lohmann. «Es ist schwierig, mit der Natur Experimente zu machen.»
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