Brasilien fährt mit ehrgeizigen Zielen zur UN-Klimakonferenz nach Kopenhagen: Das fünftgrößte Land der Erde will den Ausstoß der schädlichen Treibhausgase bis 2020 um fast 40 Prozent senken und dadurch rund eine Milliarde Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) einsparen. Etwa ein Viertel der Zielvorgabe soll dadurch erreicht werden, dass erheblich weniger Regenwald abgeholzt wird.
Präsidialamtsministerin Dilma Rousseff, die im Dezember die brasilianische Delegation in Kopenhagen leiten wird, machte am Freitagabend in São Paulo klar, dass es sich um freiwillige Vorgaben handle. Brasilien zeige mit seiner Klimaschutzpolitik, dass es sich der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet fühle. Die Vorgaben gehen von einer CO2-Reduzierung von mindestens 36,1 Prozent und maximal
38,9 Prozent aus.
Der Projektion liegt dabei bis 2020 ein Wirtschaftswachstum von jährlich 4 bis 6 Prozent zugrunde. Wenn alle Vorgaben eingehalten würden, lägen die C02-Emissionen Brasiliens 2020 etwa auf dem Niveau von 1994 (1,7 Milliarden Tonnen).
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso begrüßte die Ankündigung. Dies sei ein potenziell entscheidender Schritt für ein weltweites Klimaabkommen bei der UN-Konferenz in Kopenhagen und für den erfolgreichen Kampf gegen den Klimawandel. Die Abholzung des Regenwaldes im Amazonas, die für etwa 60 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in Brasilien verantwortlich gemacht wird, dürfte ein Schwerpunkt bei der Klimakonferenz in Kopenhagen (7. bis 18. Dezember) sein.
Am Donnerstag hatte die Regierung in Brasília einen historischen Tiefstand bei der Abholzung verkündet. Danach wurden von August 2008 bis Juli 2009 rund 7000 Quadratkilometer Regenwald im Amazonas abgeholzt und damit etwa 45 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum
2007/2008 (12 900 Quadratkilometer). Das war der niedrigste Stand seit 21 Jahren. Bis 2020 will die brasilianische Regierung die Abholzung im Amazonas um 80 Prozent verringern.
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