Toronto - Die Umweltorganisation Greenpeace hat die 20 größten Volkswirtschaften (G20) aufgefordert, ihre Subventionen für die Ölindustrie in Höhe von schätzungsweise 100 Milliarden US-Dollar im Jahr zu beenden. «Es ist an der Zeit, dass die Welt aufhört, Geschenke an Ölriesen wie BP und an Ölsand-Produzenten zu geben, die verheerenden Schaden an unserer Umwelt anrichten», sagte Greenpeace-Chef Kumi Naidoo am Donnerstag in Toronto.
«Dieses Geld wird dringend benötigt, um eine Energierevolution zu starten und den katastrophalen Klimawandel zu stoppen.» Nach dem am Freitag beginnenden G8-Gipfel treffen sich die G20 am Wochenende in Toronto.
Um die Welt in eine «grüne Energiezukunft» zu führen, müssten die G20 die nötigen Rahmenbedingungen für eine kohlenstoffarme Wirtschaft schaffen. Die BP-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko sei eine dringende Mahnung, wie notwendig es sei, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu beenden. Greenpeace forderte die G8-Staaten auch auf, ihre Versprechen einzuhalten, die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die gegenwärtigen Zusagen für eine Verringerung der Treibhausgase steuerten allerdings auf einen Klimawandel um drei Grad zu, kritisierte Greenpeace.
Klima- und Umweltschutz spielt bei den beiden Treffen in Kanada gleichwohl keine große Rolle. Der gastgebende kanadische Ministerpräsident Stephen Harper hatte innenpolitisch Kritik einstecken müssen, weil er den Umweltschutz als eine «Nebenvorstellung» auf den beiden Gipfeln abgetan hatte, die sich vor allem mit der Weltwirtschaftskrise beschäftigen sollen.
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