„Der Klimawandel findet statt, darüber besteht kein Zweifel. Jetzt geht es darum, wissenschaftlich fundierte Strategien zu entwerfen, um die Anpassung an den Klimawandel zu schaffen und seine Folgen erträglich und beherrschbar zu machen." Das erklärte Umweltminister Niki Berlakovich heute(27.07.09) bei einer Pressekonferenz zum Stand der 2003 gestarteten Klimaforschungsinitiative StartClim.
Im Rahmen von StartClim befassen sich seit Anfang 2003 Forscher und Forscherinnen aus zahlreichen österreichischen Institutionen interdisziplinär mit dem Klimawandel und seinen Auswirkungen auf Österreich. Seither wurden Fragestellungen wie „Meteorologische Extremereignisse und ihre Auswirkungen und wirtschaftlichen Dimensionen in Österreich“, die „Analyse von Hitze und Trockenheit und deren Auswirkungen in Österreich“, „Klimawandel und Gesundheit“, bis hin zu „Auswirkungen des Klimawandels auf Tourismus und Energiewirtschaft“ wissenschaftlich beleuchtet.
„StartClim greift neue Themen auf und bereitet Forschungsfelder vor. Dies gilt vor allem thematisch, indem Projekte gefördert werden, die Fragestellungen behandeln, die für Österreich neu sind. Diese werden in StartClim so weit geführt, dass darauf weiterführende Projekte aufgebaut werden können. StartClim-Projekte sind darum in der Lage, flexibel und praxisorientiert aktuelle Fragestellungen wissenschaftlich fundiert aufzubereiten und wichtige Grundlagen für politische Entscheidungen zu liefern“, skizzierte Univ. Prof.in Dr. Helga Kromp-Kolb die Arbeitsweise des Programms.
2008 stand das Thema „Anpassung an den Klimawandel“ im Vordergrund. Dazu wurden Forschungsprojekte umgesetzt, die das Sterberisiko in Wien durch Temperaturextreme, die Verbesserung derzeitiger Schutzmaßnahmen gegen Bodenerosion, die Anpassung von Schadinsekten an den Klimawandel, den Beitrag der Bio-Berglandwirtschaft in Tirol zur Klimaentlastung, Klimawandel und Biomasseproduktion, neue Naturgefahren und Auswirkungen auf den Tourismus durch den Schwund der Gletscher und das Auftauen des Permafrosts sowie die Anpassung von Waldböden an sich ändernde Klimabedingungen zum Inhalt hatten.
Die bisher durchgeführten StartClim Projekte haben eine Vielzahl neuer Daten und Erkenntnisse geliefert, die auch von praktischem Wert sind. Sie haben aber vor allem wichtige Vorarbeit geleistet und aufgezeigt, wo der zusätzliche Forschungsbedarf liegt. Dadurch ist die Erstellung eines langfristigen Klimaforschungsprogramms für Österreich, das die nationalen Bedürfnisse und Forschungsentwicklungen berücksichtigt und in die einschlägige nationale und internationale Forschungslandschaft eingebettet ist, wesentlich vorangetrieben worden.
Das neue, im Rahmen des Klima- und Energiefonds 2009 mit acht Millionen Euro dotierte Austrian Climate Research Program (ACRP) soll sich vor allem folgenden Fragestellungen, die für die Entwicklung einer Klima-Anpassungsstrategie für Österreich maßgeblich sind, widmen: Wie wird sich das Klima auf regionaler Ebene entwickeln und welche Wechselwirkungen mit natürlichen Systemen sind zu erwarten? Welche Risiken und Chancen ergeben sich für Wirtschaft und Gesellschaft durch den Klimawandel? Welche in Österreich gewonnenen Erkenntnisse über alpine Klimate, deren Wandel und Auswirkungen können Ländern in Afrika, Südamerika und Asien zugute kommen?
Wie groß das Interesse innerhalb der Wissenschaftsgemeinde ist, zeigt die Einreichung von über 60 Projekten nach einem ersten Aufruf des Klima- und Energiefonds. Die Ausschüttung der ersten vier Millionen Euro aus ACRP soll noch im Sommer beginnen, für Herbst ist dann ein weiterer Aufruf zur Einreichung von Forschungsprojekten geplant, für die weitere vier Millionen Euro bereitstehen.
Für Umweltminister Niki Berlakovich ist StartClim auf Grund seiner Flexibilität und der bisher so erfolgreichen Arbeit ein unverzichtbarer Partner für die Umwelt- und Klimapolitik. „StartClim hat seinen Auftrag bisher hervorragend erfüllt und wird für mich bei der Entwicklung einer maßgeschneiderten Klima-Anpassungsstrategie auch in Zukunft ein wichtiger Partner sein“, so Umweltminister Niki Berlakovich abschließend.
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