2007 stiegen die Ausgaben für Haushaltsenergie gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Prozent. Plus neun Prozent bei Strom und plus acht Prozent bei Gas markieren die Spitzenwerte. Seit 1986 sind die Kosten für Wohnen, Warmwasser und Energie sogar um 87 Prozent gestiegen.
Die hohen Energiepreise sind eine gefährliche Kostenfalle für die Haushalte. Hier ist der soziale Wohnbau massiv gefordert, rasch gegenzusteuern – durch thermische Sanierung bestehender Wohnanlagen und die Errichtung von neuen Niedrigenergie- und Passivhäusern.
Das hilft besonders Personen und Familien mit niedrigem Einkommen, denn ihnen fehlt das Geld für teure Sanierungsmaßnahmen. Klimaschutzinvestitionen beim Wohnbau senken den Energieverbrauch und damit die Energiekosten. Das bringt mehr Lebensqualität und entlastet die Haushaltsbudgets.“ Das erklärte Umweltminister Josef Pröll heute, Freitag, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Messepräsident Bgm. Dr. Peter Koits, LR Dr. Josef Stockinger, LH-Stv. Erich Haider, LR Dr. Hermann Kepplinger und LR Rudi Anschober zur Eröffnung der Welser Energiesparmesse.
Klimaschutz macht Wohnen billiger und hilft Armut bekämpfen
In Österreich gelten 420.000 Menschen als arm. 1,2 Millionen haben weniger als 900,- Euro im Monat zur Verfügung und sind daher armutsgefährdet. Für viele von ihnen sind die hohen Energiekosten eine schwere Belastung. 251.000 Menschen haben Probleme, ihre Wohnung angemessen zu beheizen. Sie können die 220,- Euro, die ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt im Monat für Energie ausgibt, nur schwer aufbringen. Wie man gezielt und nachhaltig helfen kann, zeigt ein einfaches Beispiel: Effiziente Wärmedämmung und Fenstertausch können bei einer kleinen 40 m2 Wohnung zwischen 200,- und 470,- Euro Ersparnis pro Jahr bringen.
Wir müssen verhindern, dass in nächster Zukunft tausende ÖsterreicherInnen in schlecht gedämmten Wohnungen sitzen und sich das Heizen nicht mehr leisten können. Wer dauerhaft helfen will, muss die Menschen aus der Energiefalle befreien und muss ihnen helfen, durch Energiesparen das verfügbare Einkommen zu erhöhen – durch einen Sanierungsschub im sozialen Wohnbau – und wo das nicht möglich ist – durch den Neubau von Niedrigenergie- und Passivhäusern.
Ich appelliere daher mit Nachdruck an die Bundesländer, die Verhandlungen über die neue 15a Vereinbarung zur Wohnbauförderung im Interesse der Menschen rasch zu einem positiven Abschluss zu bringen. Es geht um die Umstellung von insgesamt 400.000 Haushalten auf erneuerbare Energieträger bis 2020 und um die thermische Sanierung der Nachkriegsbauten, damit wir bei der Raumwärme eine deutliche Entlastung der Haushalte schaffen. Ziel muss es sein, dass sich auch sozial Schwächere ihre Energierechnung wieder leisten können, sagte Pröll. Der klima:aktiv Gebäudestandard für Niedrigenergie- und Passivhäuser müsse darüber hinaus rasch zur generellen Norm für die Mittelvergabe werden, forderte der Umweltminister.
Neben dem Energiesparen ist der Umstieg auf erneuerbare Energie besonders wichtig, deshalb starten wir eine Förderaktion für Holzheizungen. Privathaushalte können vom 1. April bis 31. Oktober 2008 eine Förderung für den Tausch und die Errichtung von Holzheizungen mit Umweltzeichen in Anspruch nehmen. Die Aktion des Bundes aus den Mitteln des Klima- und Energiefonds (KLI.EN) fördert Hackgut- oder Stückholzheizungen mit € 400,- und mit Holzpellets befeuerte Anlagen mit € 800,-. Voraussetzung ist, dass die Anlagen die modernsten und fortschrittlichsten Anforderungen der „Umweltzeichenrichtlinie UZ 37 für Holzheizungen“ des Lebensministeriums erfüllen.
Sorgenkind Verkehr
Unter dem Titel „Schauplatz Mobilität“ widmet sich die Energiesparmesse Wels heuer erstmals auch dem Energiesparen im Straßenverkehr. In diesem Sektor ist die Sensibilisierung der Bevölkerung zur Erreichung unserer Klimaschutzziele besonders wichtig, denn die Treibhausgasemissionen des Verkehrs trüben Österreichs Klimabilanz erheblich. „Durch die Beimischung von Biotreibstoffen zu Diesel und Benzin konnten erste Erfolge erzielt werden. 2006 betrug die Reduktion der Treibhausgasemissionen fast eine Million Tonnen CO2 -Äquivalent. Diesen richtigen Weg müssen wir konsequent weiter gehen und den Anteil von Biokraftstoffen bis 2010 auf zehn und bis 2020 auf zwanzig Prozent steigern, wie das im Regierungsprogramm vereinbart ist“, betonte Pröll. Auch die Steuerentlastung für Fahrzeuge mit geringem CO2 -Ausstoß und der Sonderbonus für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben werden sich in Zukunft positiv auswirken.
Mit dem klima:aktiv mobil Förderprogramm und dem österreichweiten Spritsparwettbewerb setzt das Lebensministerium wirksame Impulse. Für alle, die beruflich oder privat nicht auf das Auto verzichten können, aber sicher und spritsparend unterwegs sein wollen, haben das Lebensministerium und der ÖAMTC ein besonders attraktives Paket geschnürt. Ab dem Frühjahr 2008 bietet der ÖAMTC ein kombiniertes Spritspar- und Fahrsicherheitstraining an. Für die ersten 1.000 TeilnehmerInnen gibt es das Spritsparmodul zum halben Preis. Anmeldungen sind ab 1. April über die ÖAMTC-Homepage und unter www.spritspar.at möglich.
Für den Durchbruch beim Klimaschutz sind technische Innovationen alleine zu wenig. Bus und Bahn müssen zu einer echten Alternative zum Auto werden. Für kurze Strecken im Alltag muss das Radfahren deutlich attraktiver werden. Mit dem Masterplan Radfahren setzt das Lebensministerium auch hier neue Strategien für klimafreundliche Mobilität im Alltag um.
„Energiesparen ist ein Gewinn für Umwelt, Wirtschaft und Konsumenten. Die Energiesparmesse Wels ist auch heuer wieder ein Gradmesser für die Innovationskraft österreichischer Unternehmen und macht Mut, dieses Potenzial für eine klimafreundliche Zukunft zu nutzen. Ich kann jedem empfehlen, diese Messe zur Information und für den persönlichen Vorteil durch klimafreundliche Technologien zu nutzen“, so Umweltminister Josef Pröll abschließend.
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